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(Johann titolaus 65, geboren 1721, gestorben als Superintendent zu Winterburg im Würtembergischen, dessen Gedichte Hr. Xamler zu Manheim, 1785. in 3 Theis len in 8. herausgab, gehårt zu den glücklichften deutschen Dichtern in der leichten und gefälligen Manier, und vereint die feinste, finnreichste Wendung der Gedanken mit der wohlklingendften Berfifikation. Biele seiner Gedichte find aus dem Franzófifchen nachgeahmt; aber mit sehr vorzügli: chem Glück, und nicht selten mit Gewinn an åchten Schons heiten.)

Das Vergnügen,

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Was die weite Welt bewegt,
Und sich auch im Würmchen regt,
Mas vom Himmel selber quillt,
Und die ganze Seele füllt,
Das Vergnügen folget nur
Sanften Trieben der Natur.
Stille Lauben sind sein Haus;
Seine Pracht ein frischer Strauß;
Einfalt und Gemåchlichkeit
Sein gewdhnliches Seleit.
Es erhålt durch maßigung
Stets sich reizend, stets sich jung;
Neben ihm liegt Cypripor
Gern in Wellchen auf dem Ohr.
Keiner, der es schildern will,
Trifft es, denn es hålt nicht ftill.
Es verfolgen, heißt, es fliehn,
Es empfinden, nach sich ziehn.
Wenn sich oft, an einem Fest,
Weisheit von ihm fangen låßt,

Dan

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Dann begehrt aus seinem Schoob
Die Gefangne selbst nicht 108.
Sein geliebter Aufenthalt
Sst der Musen Thal und Wald,
Wo es stets nach Rosen låuft,
Doch nicht stets die schönste greift,
Wert der Knospe Neuigkeit
Mehr als Sdidnheit es erfreut.
Manchmal steigts zur Schäferin
Rosenhaften Lippen hin,
Oder thront, vol teuscher Luft,
Auf der treuen Gattin Brust.
Freunde, wißt ihr, wo ichs fand,
Wo ich es mit Blumen band ?
zwischen Tugend und Verstand.

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Nach

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Die Welt gleicht einer Opera,
Wo Jeder, der sich fühlt,
Nach seiner tieben Leidenschaft,
Freund, eine Rolle spielt.
Der Eine steigt die Bühn' hinauf
Mit einem Schaferstab,
Ein andrer, mit dem Marschallsstab,
Sinkt, ohne Kopf, herab.
Wir armer guter Pobel stehn,
Verachtet, doch in Ruh,
Vor dieser Bühne, gåhnen oft,
Und fehn der Frage zu.
Die Kosten freilid, zahlen Wir
Fürs ganze Opernhaus;
Doch lachen wir , mißråth das Spiel,
Zuleßt die Spieler aus.

Hers Herder.

berder.

(Von diesem in so manchem Betracht verehrungswürs digen Schriftfteller, Hrn. Joh. Gottfried herder, Genes ralsuperintendent in Weimar, geboren 1741, steht eine Fol: ge sehr anmuthiger, zum Theil allegorischer; Dichtungen aus der griechischen Fabel in der ersten Sammlung feiner zerstreuten Blåtter, (Gotha 1785. 8.) S. 165. ff. Er nennt sie Paramythien, Erholungen, wie die heutigen Griechinnen noch ihre zeitkürzenden Erzählungen zu nennen pflegen. Das dritte Stück ist eins der reizenden Bilder und Träume, die in der dritten Sammlung dieser zerstreuten Blåtter gleich voran ftehen.)

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Sagt mir, ihr Tichter der rauhen, schwarzen Erde,
wer gab euc) eure fchöne Gestalt? denn wahrlich von
niedlichen Fingern seid ihr gebildet. Welche kleine
Geister steigen aus euren Kelchen empor? und welch
Bergnügen fühletet ihr, da fich Gottinnen auf euren
Blåttern wiegten? Sagt mir, friedliche Blumen, wie
theilten sie sich in ihr erfreuend Geschäft? und winkten
einander zu, wenn sie ihr feines Gewebe, so vielfach
zierten und stickten. -

Uber ihr schweigt, holdselige Kinder, und geniess fet eures Daseins. Wohlan! mir foll die lehrende Fas bel erzählen, was euer Mund mir verschweiget.

Als einst, ein nackter Fels, die Erde da stand: siehe, da trug eine freundliche Schaar von Nymphen den jungfräulichen Boden hinan, und gefällige Genien waren bereit, den nackten Feld zu beblümen. Vielfach

theils

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Berder. , theilten sie sich in ihr Geschäft: Schon unter Schnee

und im talten kleinen Grase fieng die bescheidne Des muth an, und webte, das sich verbergende Veilchen. Die Hoffnung trat hinter ihr her, und füllte mit tühs lenden Düften die kleinen Kelche der erquickenden Hyas cinthe. Sest kam, da es jenem so wohl gelang, ein stolzender, prangender Chor vielfarbiger Schönen. Die Eulpe erhob ihr Haupt: die Narcisse blickte umher mit vergeblich-schmachtendem auge.

Viel andere Göttinnen und Nymphen beschäftige ten sich auf mancherlei Art, und schmückten die Erde, frohlodend über ihr schdnes Gebilde.

Und siehe, da ein großer Theil von ihren Werken mit seinem Ruhm und ihrer Freude daran verblühet war, sprach Venus zu ihren Grazien also: ,was fåumt ihr, Schwestern der Unmuth? Uuf! und webet von euren Reizen auch eine fterbliche, sichtbare Blüthe.“ Sie giengen zur Ero hinab, und Aglaja, die Grazie der Unschuld, bildete die Lilie: Thalia und Euphrosyne webten mit schwesterlicher Hand die Blume der Freude und Liebe, die Jungfräulice Rose.

Manche Blumen des Feldes und Gartens neides ten einander ; die Lilie und Rose neideten teine, und ipurden von allen beneidet. Schwesterlich blühen sie zusammen auf einem Gefilde der Hora, und zieren eins ander. Die Blume der Unschuld erhebt die Braut der Liebe und Freude: denn schwesterliche Grazien haben fie ungetrennt gewebet.

Auch auf euren Wangen , o mådchen, blühen lis lien und Rosen; mögen auch ihre Huldinnen, dte uns Schuld, Freude und Liebe, vereint und unzertrennlich auf ihnen wohnen.

2. Nacht

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