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Jhr goldnes Haupthaar fliegt in aufgeldsten Locken
Ums hangende Gesicht, in dessen holdem Kund
Por Angst bereits die Purpursåfre stocken;
Es macht der starre Blick, der welte Rosenmund,
Die halb entbidste Brust, wie heftig fie erschrocken,
Und die (Sjewalt des schndden Räubers Euno!
Vergeblich zappelt sie, in seinen Arm geschlossen,
Und strebt mit schwachem Fuß, ihn von sich tveg zu

storien.

4.

Nicht ferne zeigt ein Schloß von hellpolirtem Stahl
Von einer Felsenhoh der Thürme goldne Zinnen;
Das úppige Serail'von einer feinen Zahı
Von Königstochterchen und jungen Königinnen,
Die, zur Belebung stumpfer Sinnen,
Des Unholds Zaubertunst hieher zusammen stahl:
Er eilet, seinen Raub in dieses Schloß zu tragen,
218 an's gespigte Ohr ihm diese Worte schlagen:

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Steh, Unthier, steh! entlabe dich so schnell,
Als du dein Leben liebst, von deiner schönen Beute;
Wo nicht, so wehre dich um dein behaartes Fell!
So ruft der Held und spornt sein Leibpferd in die

Seite.
Doch jener schaut nur nicht, was dieser Gruß bes

Deute,
Und trabt in vollem Lauf dem ståhlernen Castell,
Der fichern Freistart, zu, wo seine Geisterwachen
Der ganzen Ritterschaft der runden Tafel lachen.

6.

Es hätt' ihm auch geglückt, wenn Raspinette nicht
Die Blike Jupiters im Nothfall überfldge;
Der Halbmensch fühlt bereits das schmetternde Sewicht
Beisp. Samml. 6. B. S

Des

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wieland.

Des ritterlichen Schwerts und seine Donnerschlage,
Eh er begreifen kann, wer sich so sehr verwåge:
Er Tchnaubt mit flammendem Gesicht
Den Ritter an, låfit feine Beute fallen,
lind wichert, das Tavon die Felsen wiederhallen:

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Wer bist du, der mit mir zu tämpfen sich vermisst?
Du, derlen Rinn durch feine feige Slåtte
Beweisst, daß ammenmilch'in deinen Ubern fliefst ?
Flieh, rag ich dir und wenn in einer Göttin Bette
Ein Gott an dir sich selbst ersch&pfet håtte,
o flieh und rette dich, wenn dir zu rathen ist;
Eh dieser Arm, vor dem Giganten schon gezittert,
34 Brei did) (chlågt, und Maden mit dir füttert.

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8.

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So prahlt der Wolkensohn und schnauft
(Wie wenn im krummen Thal ein dumpfigs Ungewitz

ter
Von ferne braust;) er schwingt den Kolben um sein

Haupt,
Womit er weit umher viel untrosibare Mütter
Gemacht, und mancher Braut die Hochzeitnacht ges

raubt;
Doch kaum berühret ihu der unerschrockne Ritter
Mit feinem Schwert von Diamant,
Co fällt der Kolben ihm zersplitrert aus der Hand.

9.

Der Salomensch schwankt zurück, starrt mit erschrocks

nem Blicke
Den Nitter an, und findet, da er ihn
Für den erfennt, womit ihn sein Geschicke
Vorlångst gebråut, für rathsam abzuziehn;
Lautwiehernd breht er fich, lässt seinen Raub zurücke,
iind trabt dem Balde zu. Der Ritter låfit ihn fliehnt

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Und

1 Und eist, der schönen Frau, die starr und ohne Leben

Ain Boden lag, wo möglich Trost zu geben.

Wieland.

10.

In diesem Augenblick stellt sich ein Hirt ihm dar,
Der an Gestalt Bathyllen und Combaben
Den Vorzug nahm, und einen kleinen Knaben
Im Arme trug, so schon, wie Umor war,
Als ihm die Grazien nody Brust und Nektar gaben.
Der blonde Schäfer wird der Dame taum gewahr,
So eilt er auf sie zu, wirft fich zu ihren Füssen,
Und deckt den blassen Mund mit feuervollen Küsteni.

II.

Er warmet und begiesst mit einem Thränenbach
Die talte Brust, die blasien Wangen,
Umarmt und drücket fie, bis endlich algemach
Bon seinem zártlichen Umfangen
Die Wangen und der Mund mit neuen Rosen prans

gen,
Der sodne Busen steigt, und ein erleichtert uch!
Aus seiner Wdibung presst. Sie hebt die Augenlieder,
Erkennt den Hirten, schliesst sie vor Entzücken wieder.

12.

Nichts rührenders ward jemals auf der Scene
Bethránten Uugen vorgestellt,
His wie sich wechselweis der Schäfer und die Schöne
Die treue Brust an Brust geschlossen hålt.
Sie fehn sich schweigend an, indern die Freudens

thråne
Uus jedem (didnen Aug' in großen Perlen fått:
Die Lippen öffnen sich und wissen vor Entzücken
Die Große ihrer Luft nur ftammelnd auszudrücken.

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X

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Das (chine Schauspiel zu vollenden,
Theilt, der vergangnen Noth rich kindisch unbewusst,
Der kleine Liebesgott die mütterliche luft.
Sie drückt ihn mit gefaltnen Hånden
Baid an den Mund, bald an die frohe Brust,
und kann von ihm die Augen nicht verwenden,
Shr ist nachdern sie ihn verloren
Und wieder fand, fie hab' ihn erst geboren.

14.

von ihrer Freude ganz verschlungen,
Beinerten sie den Helden nicht,
Der ihnen diese Luft des Wiedersehns errungen;
Den Liebestrunnen zeigt das helle Sonnenlicht
Nichts, als sie selbst; die angenehme Pflicht
Des Danks wird noch durch Riegungen verschlungen,
Die, eh sie wieder sanft in ihrem Ufer fliessen,
Bom vollen Kerzen sich zuvor ergießen müssen.

15.

Indessen steht der Held, auf seinen Speer gelehnt,
Dem füllen Lustspiel zuzuschauen;
Sein mitempfindend Herz voll Menschlichkeit vers

sch&nt
ein Antlik; edle Luft, der Lohn der Tugend, dehnt
Den Heldenbusen an, und macht die Quen thauen:
Indem entdeckt ein Blick der schönen Frauen
Den Schöpfer ihres Glücks; sie zeigt ihn ihrem

Mann
und rühmt den Muth, der sie errettet, an.

16.

Und beide werfen sich zu seinen Füßen hin,
Und tonnen teinen Ausdruck finden,
Der ihm beweist, was sie für ihn empfinden.
Zu dem, was ich gethan, (versekt der Paladin,

Uns Wieland.

Und hebt sie zårtlich auf.) verbinden
Des Ordens Pflichten mich, von dem ich Mitglied bin,
Ja schon die Menschlichkeit. Das schwächere Ges

schlecht
sat an den stårkern Schuß ein angebornes Recht

17.

Zudem war leichter nie kein Gegner zu besiegen:
Sein Kolben wurde kaum von meinem Schwert bes

rührt,
So sah man ihn zu Sonnenstaub verfliegen,
Und ihn, den Pocher, selbst vom Wind davon geführt.
Ja, håtte gleich der Kampf mit Wunden mich geziert,
So hielt' id, Freunde, das Vergnügen,
Das mir aus euern Augen strahlt,
Mit meinem Herzensblut zu theuer nicht bezahlt.

18.

Nun werdet ihr die Frage mir erlauben,
Mit welchem Namen ihr von mir zu ehren seid ?
So mogen und des Glücks bewåhrter 3årtlichkeit
(Erwidert ihm der Hirt,) die Götter nie berauben,
Wie Lila und Zerbin sich euch verbunden glauben.
Mein ganzes Leben, Herr, zu euerm Dienst geweiht,
Kann eure Wohlthat nicht vergelten;
Was ihr mir wiedergebt, erseken keine Welten.

19.

Nad tausendfacher Noth und einem Prüfungsstand,
Worin wir, Jahre lang, mehr Ungemach erfahren,
dis Psyche mit den goldnen Haaren,
Nachdem ihr Vorwiß fie aus Amors Arm verbannt,
Hat uns der Liebesgott, dem wir geweihet waren,
Ein lächelnd Antlig zugewandt;
Und würdigt zum Ersak der Quaal, die wir erlitten,
Mit aller seiner Gunst uns nun zu überschütten.

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