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Doch indem fielen mir so viele freundschaftliche Leser ein. Soll ich selbst Gelegenheit geben, daß man ihnen vorwerfen kann, ihren Beifall an etwas ganz Unwürdiges verschwendet zu haben? Ihre nachrichtsvolle Aufmunterung erwartet von mir ein anderes Betragen. Sie erwartet, und sie verdient, daß ich mich bestrebe, sie, wenigstens nach der Hand, Recht haben zu lassen; daß ich so viel Gutes nunmehr wirklich in meine Schriften so glüdlich hineinlege, daß fie es in voraus darin bemerkt zu haben scheinen können. Und so nahm ich mir vor, was ich erst verwerfen wollte, lieber so viel als möglich zu verbessern. Welche Arbeit!

Ich hatte mich bei keiner Gattung von Gedichten länger verweilet, als bei der Fabel. Es gefiel mir auf diesem gemeinschaftlichen Raine der Poesie und der Moral. Ich hatte die alten und neuen Fabulisten so ziemlich alle, und die besten von ihnen mehr als einmal gelesen. Ich hatte über die Theorie der Fabel nachgedacht. Ich hatte mich oft gewundert, daß die gerade auf die Wahrheit führende Bahn des Aesopus, von den Neuern, für die blumenreichern Abwege der schwabhaften Gabe zu erzählen, so sehr verlassen werde. Ich hatte

eine Menge Versuche in der einfältigen Art des alten Phrygiers gemacht. Kurz, ich glaubte mich in diesem Fache so reich, daß ich, fürs erfte meinen Fabeln, mit leichter Mühe eine neue Gestalt geben könnte.

Ich griff zum Werke. Wie sehr ich mich aber wegen der leichten Mühe geirret hatte, das weiß ich selbst am besten. Anmerkungen, die man während des Stubirens macht, und nur aus Mißs trauen in fein Gebächtniß auf das Papier wirft; Gedanken, die man sich nur zu haben begnügt, ohne ihnen durch den Ausdruck die nöthige Präciston zu geben; Versuchen, die man nur zu seiner Uebung wagt, fehlet noch sehr viel zu einem Buche. Was nun endlich für eins daraus gewors

hier ist es! Man wird nicht mehr als fechse von meinen alten Fabeln barin finden; die fecho prosaischen nämlich, die mir der Erhaltung am wenigsten unwerth schienen. Die übrigen gereimten mögen auf eine andere Stelle warten. Wenn es nicht gar zu sonders bar gelassen hätte, so würde ich sie in Prosa aufs gelöset haben.

Ohne übrigens eigentlich den Gesichtspunkt, aus welchem ich am liebsten betrachtet zu seyn wünschte,

den;

Werke gemacht hat, unb Er auf meine Rechnung schreibt. Ich habe ihn schon öffentlich von dem Gegentheile versichern lassen; die Verfasser der Bibliothek find auch nunmehr genugsam bekannt; und wenn diese, wie er selbst behauptet, zugleich die Verfasser der Briefe find, so kann ich gar nicht bes greifen, warum er seinen Zorn an mir ausläßt. Vielleicht aber muß ein ehrlicher Mann, wie Er, wenn es ihn nicht töbten soll, fich feiner Galle gegen einen Unschuldigen entladen; und in diesem Falle stehe ich seiner Kunstrichterei, und dem Aberwiße feiner Freunde und seiner Freundinnen gar gern noch ferner zu Diensten, und widerrufe meine Klage.

E r ft es B u ch.

Ceiling, Fabeln.

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