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man die übersetzung im grossen und ganzen loben. Den text teilt der übersetzer "for the readers convenience" in 10 abschnitte ein, was ihm natürlich freisteht; wenn er aber dieser einteilung eine bedeutung für die geschichte der saga beilegt, so ist die behauptung ziemlich grundlos, was ich unten in anderem zusammenhang ausführen werde. Doch könnte man fragen, ob nicht sogar für practische zwecke ein engerer anschluss an die überlieferung gewünscht gewesen wäre. Wesshalb lässt z. b. herr Y. P. bei c. 35 (C. 436 der Óláfs s., Flat. I, 550), einen neuen abschnitt anfangen und zählt er c. 34 (c. 435 der Ol. s.), bei dem in der Flateyjarbók ein neuer þáttr der Fær. s. beginnt und welches auch die natürliche einleitung zu dem folgenden bildet, zu dem vorhergehenden abschnitte? 1) Die capita tragen die überschrift des urtextes; wo sich aber schwierigkeiten auftun, ist um sie zu beseitigen kein festes princip gefolgt; noch weniger gibt herr Y. P. seiner methode rechenschaft. Einmal wird eine überschrift eines páttr ohne weiteres als capitelüberschrift benutzt (Flat. II, 394: paattr fra prandi ok frændum hans, Y. P. c. 49: Of Thrond and his Kinsman, wo paattr einfach nicht übersetzt ist), ein ander mal, wo wie hier der anfang eines þáttr mit herr Y. P.s einteilung nicht übereinstimmt, ist die überschrift durch eine von ihm selbst erfundene ersetzt (Flat. I, 549: paattr af Sigmundi Brestissyni, Y. P. c. 34: Sigmund and the Young Earls). Schlimmer ist an einigen stellen eine willkürliche entstellung des textes, wo für die änderung kein grund angegeben wird, wie z. b. c. 4 (Flat. I, 125, 126) Wo mehrere sätze, welche u. a. berichte über Brestis äusseres und seine familienverhältnisse enthalten, einfach aus dem texte entfernt und als noten mitgeteilt werden. Was ist der grund dieses Verfahrens? Ftwa dass die freie ehe Brestis und Beinis nicht fashonable war?

Der herausgeber hat dem texte eine einleitung hinzugefügt, welche nicht bloss für den laien bestimmt ist, sondern für: the scholar ... for whom I have striven to provide some matter in the Introduction (s. XL). Diesem bestreben verdanken wir wol die anwendung der ursprache in den citaten, was freilich in einer übersetzung, welche doch zunächst für der sprache unkundige geschrieben ist, sich wunderlich ausnimmt?). Am besten gelungen

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I, 556, 10: firir huat mundu uer vilia myrda pa : why should we wish to murder him (1. them).

1) Störend ist die inconcinnität zwischen der einleitung, welche c. 48 –51 als § IX, c. 51–58 als § X zugehörig angibt, und dem texte, wo § X erst bei c. 55 anhebt. Das ist wol demselben mangel an sorgfalt zuzuschreiben, der auch verursachte, dass die $$ in der einleitung s. VIII mit anderen namen als im texte genannt werden. Auf dieselbe weise heisst es auf dem titelblatte: The tale of Thrond of Gate, auf s. 1: The Story of Thrond of Gate.

2) Es wäre zu wünschen dass der verf. sich eine glücklichere und consequentere altnordische orthographie angewöhnte als diese citate zeigen. Er schreibt z. b. s. X—XI: es min atlan at thar siti einn hinn verste mađr á aullom Nordrlaundom es hann es. Also: es. siti. verste. aullom. laundom!

scheint mir die zweite hälfte. Der verf. liefert hier wertvolles material für das Studium der realia. Auch die literarischen zusammenstellungen und die chronologischen erörterungen sind sehr brauchbar. In dieser richtung liegt augenscheinlich herr Y. P.'s talent. Weniger glücklich ist er da, wo er über fragen aburteilt, zu deren entscheidung philologische schulung erforderlich ist. Überhaupt sollte eine ausgabe wie diese nur eine popularisierende tendenz haben und nur sichere resultate mitteilen. Will sie zugleicherzeit wissenschaftlichen zwecken verfolgen, so entsteht leicht eine amphibische schöpfung, welche weder dem publicum noch dem fachmanne genügt. Herr Y. P. teilt seine hypothesen als begründete tatsachen mit, und dem kritiker liegt die unangenehme pflicht ob, die unstatthaftigkeit solcher behauptungen nachzuweisen.

Schon der titel ist willkürlich geändert. Wenn die Oláfs saga Tryggvasonar sich ausdrücklich auf die Færeyinga saga als ihre quelle beruft"), so meint herr Y. P.: that it can only have been a religious scruple that made the scribes evade giving it his (d. h. Þránds) name, eine behauptung welche durch analoge beispiele wahrscheinlich zu machen wäre, und er nennt die saga: The Tale of Thrond of Gate, weil Þrándr: plainly the hero of the Saga ist. Auch das wäre zu erweisen. Zwar ist Þrándr eine höchst interessante gestalt, auch begegnet er schon im ersten capitel und stirbt erst im letzten; doch erzählt die saga von ihm gewiss nicht mehr als von seinem gegner Sigmundr Brestisson, und dieser fösst manchem leser

denn das ist bis zu einem gewissen grade geschmackssache - kein geringeres interesse ein als jener. In mehreren abschnitten wird Þrándr gar nicht genannt; gegen den schluss tritt er vor seinen verwanten Sigurăr Þórđr und Gautr völlig in den hintergrund. Die sagaschreiber concentrierten eben nicht alles interesse auf eine einzige gestalt. Das bedürfniss, in einer alten saga die abrundung eines modernen romanes zu sehen, führt herrn Y. P. ferner einerseits dazu, ohne genügenden grund ganze abschnitte für zusätze zu erklären, während er andererseits motive hinzudichtet, von denen keine spur überliefert ist. Ein beispiel der letzteren art liefert die anmerkung zu s. XII. Der ring, den Sigmundr von Hákon jarl empfing, wird die ursache seines todes; Óláfr Tryggvason scheint das zu ahnen und bittet, Sigmundr, aber vergebens, dass er ihm den ring gebe. Durch Olafs ahnung wird der ring – der aus dem tempel der göttin Þorgerđr horgabrúđr stammt einem verhängnisvollen besitztum. Solche züge begegnen in der alten literatur häufig und wirken poetisch; doch beherrschen sie selten der niemals die ganze intrigue, nicht einmal der Andvaranautr repräsentiert das ganze geschick seiner besitzer. Für herrn

zu

1) Und zwar sowol die redaction der Flateyjarbók (I, 369) als die der Fornmanna sögur (II, 92), sogar an verschiedener stelle.

Y. P. aber wird Sigmunds ring zu einen symbole des heidentums und der heidnischenzauberkraft; er kann nicht annehmen, dass derselbe nach Sigmunds ermordung seine aufgabe erfüllt hat, und glaubt, dass die überlieferung verderbt ist. In the original tradition the ring must have fallen to Thrond's share. He would not let it go, but take it as fea for his trouble. It should then have turned up in connection with the catastrophe somehow; we may imagine the little Sigmund carrying it off with him, and Thora having it made into a chalice for Scufey church. Das heisst nicht mehr eine saga untersuchen, sondern selbst als sagaschreiber auftreten.

Es ist wol auch auf grund der von herr Y. P. construierten einheit, dass er die capita, welche von Sigmunds wikingzügen berichten, für zusätze erklärt. Die frage, ob sie historisches enthalten, ist für die frage nach der echtheit von untergeordneter bedeutung; unwahrscheinlicher als das übrige sind die züge jedenfalls nicht. Überflüssig ist ihre erwähnung auch nicht, denn durch sie gewinnt Sigmundr die gunst des Hákon jarl. Für eine geänderte geschmacksrichtung zeugen sie auch nicht, denn so lange die Isländer geschichte geschrieben haben, haben sie auch von wikingfahrten berichtet, denn damit fängt eben die geschichte der Nordländer an; nur dann könnte von einem geänderten geschmacke die rede sein, wenn hier fabelhafte kraftproben und übernatürliche abenteuer erzählt wären; man vergleiche nur die erste beste lygisaga, und der unterschied im stile wird sich zeigen. Aber freilich spielt die geschichte nicht auf den Færeyjar und tritt Þrándr darin nicht auf, was dem verfasser der einleitung genügt zu haben scheint. Um die episode zu verurteilen, brauchte es aber für den philologen eines weiteren beweises als der aussage: Sects IV and 1X") are fictitious matter, absolutely of the same kind as those miserable episodes that disfigure Nial's Saga and many more, and show the sad decay of taste for true epic prose in the post-classic centuries, which had began to care for other things than native traditions.

Bei der beurteilung der echtheit einer erzählung kommen ästhetische gründe nur in zweiter linie in betracht. Nachdem die untersuchung auf anderem wege geführt worden ist, können ästhetische betrachtungen als stütze der gewonnenen ansicht herangezogen werden; es zeigt sich dann in der regel zugleicherzeit, ob unsere ästhetik ein hirngespenst oder objektiv - d. h. dem kunstgleichung mit etwas fremdem verkündet, wird. Sect I ist: Homeric and Homeric in the right Odyssean vein. Oláfr Tryggvasons rede ist: Herodotean. C. 51 ist: Shakspearean. Die fatalität des ganzen ist: Sophoclean. Þránds geisterbeschwörung ist: as impressive as the visions in Macbeth. Ist denn nichts mehr altnordisch? Diese adjective aber bedeuten in herr Y. P.'s sprache einen hohen grad von vollkommenheit, und vollkommenheit bedeutet echtheit. Also sind die betreffenden stücke alle echt. Nun ist es aber für jeden, der die saga aufmerksam liest, klar, dass der stil jener gepriesenen stücke nicht überall derselbe ist. Namentlich ist Óláfr Tryggvasons Herodotean speech sehr in die länge gezogen und insofern in der tat Herodotisch; er contrastiert aber durch diese eigenschaft stark mit andern teilen der saga, deren ausdrucksweise durchgehend sehr kurz, sogar mitunter durch kürze weniger klar ist. Die frage, welche wol eine nähere untersuchung verdient, ob nicht die rede des königs die arbeit eines redactors der Óláfs saga ist, und die damit zusammenhängende, ob nicht die ganze episode Flat. I, 362. 364--69 eine umarbeitung im stile der Olafs saga ist, kann ich an dieser stelle nur streifen; daraus würde sich der unterschied im stile mit solchen abschnitten, welche mechanisch nachgeschrieben wurden, erklären. Darauf deutet auch die schon genannte verweisung auf die Færeyinga saga als auf eine andere schrift (s. 369), welche nur ein zusatz des bearbeiters der Ól, 8. sein kann"), welche aber zugleicherzeit anzudeuten scheint, dass das, was er schrieb, für , ihn nicht die Færeyinga saga sondern einzig und allein die Óláfs s. war, während er die Fær. s. nur als seine quelle betrachtete. Dafür spricht ferner der einschub des c. 295, welches von Þangbrandr handelt, zwischen c. 294 und 296, welche beide stofflich zur Fær. s. gehöhren (c. 28. 29 bei Y. P.). Auch an anderen stellen zeigen sich spuren selbständiger bearbeitung der saga durch den compilator, der sie in die Ól. s. aufnam (vgl. unten).

. werke

angemessen ist. Herr Y. P. aber wählt die ästhetische methode. Daher denn immer das lob der erzählung durch ver

1) Sect IX enthält die geschichte von Þránds verwanten Ól. s. h. c. 187. 329—334 (Flat. II, 249–50. 394—99). Bis zu einem gewissen grade gilt das gesagte auch für diese episode; nur die widerholung des motives des c. 330 in c. 331 ist verdächtig und lässt den gedanken aufkommen, dass c. 331 ein zusatz sein könnte; für die unechtheit des ganzen spricht, soweit ich sehe, kein einziger grund, wenigstens führt herr Y. P. keinen an.

Wer die älteste gestalt eines denkmals zu reconstruieren wünscht, muss mit einer vergleichung der überlieferungen anfangen. Das hat herr Y. P. nicht getan. Wir würden nicht einmal vernehmen, dass es neben der in der Flateyjarbók überlieferten überhaupt noch eine andere recension der Fær. s. gäbe, wenn es der übersetzer nicht für gut erachtet hätte, aus ihr ein capitel, welches ihm mehr als das entsprechende in der Flat, mit den übrigen berichten in einklang zu stehen schien, in den text aufzunehmen. Also wieder ästhetische rücksichten. Er teilt uns nicht einmal mit, dass jener text in den Fornmanna sögur zu suchen ist. Ich werde nun gerade an diesem beispiel zeigen, welchen nut

1) Freilich sollte herr Y. P. aus dem grund die stelle nicht ausgelassen haben, denn nichts beweist, dass sie jünger als das vorhergehende ist. Wenn aber der übersetzer sie aus kritischen gründen ausliess, so sollte er sie um ihres inhaltes willen an anderer stelle etwa in der einleitung mitgeteilt haben.

zen

man

aus dem texte der Fms. ziehen kann. Das capitel erzählt Sigmunds teilname an der Seeschlacht wider die Jómsvíkingar. Herr Y. P. bemerkt darüber: It is clear, that neither of the two versions formed part of the original Thrond's Saga. Aus welchem grunde er die geschichte dennoch aufnimmt, vernehmen wir nicht. Die Flat. erzählt sie I, 193, und zwar im Jómsvíkinga þáttr. Die redaction der Ol. s., welche in den Fms. I—III abgedruckt ist, berichtet von der seeschlacht zweimal; einmal II, 117 in der Fær. s.; hier ist die erzählung in übereinsstimmung mit der Flat.; das andere mal I, 178 in der Jómsvíkinga s., und hier weicht die darstellung ab. Während Flat. I, 193 und Fms. II, 117 nur Sigmundr mit dem wiking Búi kämpfen lassen, nennt Fms. I, 178 zunächst Þorsteinn midlangr. Darauf heisst es: Sumir menn segja, at Sigmundr Brestisson utan af Færeyjum hafi verit í þessum bardaga mcđ Hákoni jarli; ok hafi hoggvit váðar hendr af Búa, þá er hann hafởi áðr dripit porstein midlang. 'Sumir menn', das ist die Færeyinga saga, deren darstellung von der der ursprünglichen Óláfs saga abwich, und welche die quelle der darstellung in Flat. I, 193 ist. Der schreiber der Fms. I, 178 versucht die berichte zu combinieren. Also ist die episode echt, aber wie s. 362–69 für die 01. s. bearbeitet. Für das verhältniss der beiden redactionen beweist die stelle, dass die kurze redaction der Fms. nicht ohne weiteres eine schlechte ausgabe des textes der Flat. ist.

Welchen grund haben wir, an eine schrift, welche in einem solchen zustande wie die Fær. s. überliefert ist, den massstab unserer ästhetik anzulegen? Wissen wir doch nicht einmal, ob wir die ganze saga besitzen, oder ob ein beträchtlicher teil, vielleicht ein grösserer als der überlieferte, verloren ist. In zwei redactionen der Óláfs saga wurden an verschiedenen stellen stücke aus ihr aufgenommen. Beweist das, dass nicht sehr viel fortgelassen sein kann, was für den zweck des bearbeiters, die geschichte der könige, bedeutungslos war? Auf die überlieferung sind wir angewiesen als unsere quelle; auf ihr beruht unsere ganze kritik.

Ich könnte auf diese Weise fortsetzen. Doch würde das zu weit führen, wesshalb ich mich auf ein paar bemerkungen über die heimische tradition beschränke. Fin teil des stoffes ist in einer færöischen ballade behandelt. Zwei texte liegen vor. Herr Y. P. übersetzt weder einen noch beide texte, sondern: an eclectic version (has been) made out of the two texts. Von dieser rein subjectiven basis aus operiert er und kommt zu dem schlusse, dass die saga an mehreren stellen weniger original als die lieder ist. Es wäre zu untersuchen, inwiefern die saga die quelle, vielleicht sogar die einzige quelle der lieder ist, und ob die abweichungen nicht auf selbständigen combinationen oder freier phantasie resp. verderbniss der überlieferung beruhen können. Ich behaupte das nicht bestimmt, wünsche aber, dass man darüber

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