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nicht im handumdrehen urteilt. Dass eine, wie der technische ausdruck ist, "im volksmunde lebende" tradition in einer schriftlichen Quelle, wo etwas ganz anderes steht, ihren grund haben kann, davon liefert gerade unsere saga und die ballade wieder einen beweis. Die ballade lässt Sigmundr auf der reise nach den Færeyjar vom priester Þangbrandr begleitet werden. Darüber bemerkt" herr Y. P.: This is possibly true, but we have no confirmatory evidence. Es ist aber durchaus evident, nicht nur dass das unhistorisch ist, sondern auch, dass die saga die quelle des berichtes ist. Denn in beiden versionen der Óláfs saga sendet Óláfr Tryggvason unmittelbar vor Sigmunds bekehrung den priester Þangbrandr nach Island. Darauf reist Sigmundr nach den Færeyjar. Der dichter der ballade combinierte diese beiden berichte, und liess die beiden missionäre die reise zusammen antreten.

Wir sind am ende. Wenn unser urteil über die neue publication nicht in jeder hinsicht günstig lauten konnte, so wollen wir doch die vorzüge einer gewissenhaften übersetzung nicht übersehen. Es ist nun einmal ein leicht zu erklärendes factum, dass der kritiker oft hauptsächlich das betont, was ihm verfehlt zu sein scheint. Aber in dem vorliegenden falle ist für die betonung der fehler noch ein besonderer grund vorhanden. Die vorzüge dieses buches sind in dem populären teil gelegen, und dieser muss zunächst von den Engländern gewürdigt werden. Ob sich das buch leicht lesen lässt, entscheide ich nicht; ich kann nur die bis auf einzelheiten getreue widergabe des inbaltes loben. Aber für die leser des Arkivs bat diese seite von herr York Powels arbeit eine geringere bedeutung, für sie kommt in erster linie der wissenschaftliche wert des buches in betracht. Wenn der verfasser, falls er es wieder unternehmen sollte, einen altnordischen text zu bearbeiten, sich entschliessen könnte, entweder nur sichere resultato zu geben, oder eine einzige frage gründlich zu untersuchen, so würde er sich ohne zweifel eines weit grösseren erfolges freuen dürfen. Leeuwarden, Januar '97.

R. C. Boer.

W. Streitberg, Urgermanische grammatik. Einführung in das vergleichende studium der altgermanischen dialekte. Heidelberg, Carl Winter's Universitätsbuchhandlung 1896.

Kein unparteiisch urteilender wird dem Streitbergschen buche die existenzberechtigung absprechen wollen. Kluge's Vorgeschichte der altgermanischen dialekte ist schon in vielen punkten veraltet - jetzt liegt uns freilich eine zweite ausgabe der trefflichen arbeit vor und ist durch ihre kurze ausdrucksweise

ARKIV FÖR NORDISK FILOLOGI XIV, NY FÖLJD X.

und gedrängte darstellung wenig geeignet als erste einführung in die germ. grammatik dienste zu leisten. Noreen beschränkt sich in seinem ausgezeichneten Abriss der urgermanischen lautlehre, dem titel gemäss, auf die lautgeschichte und sein buch entspricht dadurch nur teilweise den bedürfnissen des anfangenden grammatikers. Deshalb können wir Streitberg nur dankbar sein, dass er mit frischem mute es gewagt hat ein neues gesammtbild der germ. grammatik zu entwerfen, worin auch die resultate der jüngsten forschung ausgiebig verwertet sind. Es wird kaum nötig sein daran zu erinnern, wie viel wichtiges wir gerade den untersuchungen Streitberg's verdanken.

Die Urgermanische grammatik zerfällt, wie sich erwarten lässt, in zwei hauptteile, deren ersterer die laut- und accentlebre zur darstellung bringt und deren zweiter der formenlehre gewidmet ist. Dem buche geht eine einleitung voraus, welche über die fachlitteratur, die stellung des Germ. im indog. sprachenkreise und die innere gliederung unserer dialectgruppe orientiert. Insbesondere ist hervorzuheben, dass Streitberg die von mehreren forschern vertretene zweiteilung des Germ. aufgegeben hat und unter Ostgerm. nur Gotisch-Wandalisch-Burgundisch versteht, indem er die scandinavischen dialecte mit Schleicher als Nordgerm. bezeichnet. Der übergang von intervoc. ii, uu in g'g'i, ggu ist die einzige neuerung, welche das Nordische mit dem Gotischen gemeinsam vollzogen hat, und es wäre nicht gerechtfertigt blos auf grund dieses lautwandels die beiden sprachen im gegensatz zum Westgerm. zu einer scharf begrenzten ostgerm. gruppe zu verbinden. Dennoch werden die Goten, Wandalen und Burgunden aus dem scandinavischen norden stammen und, ihren ursprünglichen wohnsitzen gemäss, am nächsten mit den nordischen völkern verwant gewesen sein. Die sprache giebt uns freilich keine genügende auskunft, doch mit recht hat Kossinna (IF. 7, 276 ff.) neuerdings betont, dass die archäologie in solchen dingen ein wichtiger zeuge sein kann. "In der jüngsten bronzezeit – sagt dieser forscher a. a. o. 279 – dehnt sich das germanische gebiet an der küste bis zur Weichsel und weiter oberhalb jenseit der mittleren und oberen Oder nach Osten über so grosse flächen aus, dass ich zu ihrer besiedlung die hilfe der Scandinavier in anspruch nehmen muss", und er stützt diese behauptung sowol durch archäologische beobachtungen wie durch den hinweis auf volksnamen wie z. b. Goten und Rugen, welche in Scandinavien und Jütland ihre entsprechungen finden. Es ergiebt sich also, dass die zweiteilung der Germanen ethnologisch wahrscheinlich ist, woraus aber die richtigkeit der sprachlichen zweiteilung noch nicht gefolgert werden darf. Mit Streitberg finde ich es, vorläufig wenigstens, noch vorsichtiger das Nordische als selbständige gruppe neben das Gotische zu stellen und es als ein mittelglied in der germ. dialectkette zu betrachten.

Der verfasser hat seiner laut- und accentlebre ferner noch eine übersicht der sprachphysiologie vorausgeschickt, welche trotz ihrer kürze dem anfänger alles nötigste bietet. Und dann bespricht er, nach einer skizze des indog. vocalismus, die vertretung der ursprachlichen vocale im Germ., wobei er zwischen haupttonigen und nicht-haupttonigen silben systematisch scheidet und zugleich den versuch macht die vocaländerungen chronologisch zu bestimmen. Von den bezw. wenigen fällen, in welchen ich Streitberg's meinung nicht teilen kann, erwähne ich nur, dass er (s. 44) indog. a in haupttoniger silbe ausschliesslich durch a vertreten sein lässt und die von Sievers' herrührende ansicht, dass u auch in haupttoniger silbe und nicht nur in der nähe von liquiden oder nasalen aus a entstanden sein könne (Beitr. 16, 235 ff.), zurückweist. Auch glaube ich nicht, dass es noch zur zeit der indog. sprachtrennung uncontrahierte tautosyllabische vi und ou gegeben habe (s. 45).

Die vocalischen auslautsgesetze kommen erst im abschnitt über den accent (s. 163-191) zur sprache. Dieser teil des buches verdient besondere anerkennung, denn es ist hier das erste mal, dass die ergebnisse der von Hanssen vorbereiteten und von Hirt zu ende geführten untersuchungen über die verschiedene behandlung geschleifter und gestossener längen in eine grammatische darstellung des Germ. eingang gefunden haben. Zweifelsohne wird Streitberg's verteidigung der accent- und morentheorie und seine widerlegung der ältern auslauthypothesen dem neuen standpunkte manchen freund erwerben.

Die abteiluvg der lautlehre, welche dem consonantismus gewidmet ist (s. 97—153), wird durch eine übersicht der indog. consonanten eröffnet. Dann folgt eine chronologische darstellung der germ. lautverschiebung, welche besonders geeignet ist den anfänger mit der historischen methode vertraut zu machen und ihm einen einblick in die aufeinanderfolge sprachlicher ereignisse zu gewähren. Es ist jedoch schade, dass Zupitza's lehrreiches buch über die germ. gutturale Streitberg noch nicht vorlag, als er sich über die schicksale der labiovelaren auszusprechen hatte (s. 110. 122. 125. 134). Zupitza hat endgültig dargetan, dass die labialisation in xu und ku im anlaut nur vor u und consonanz verloren gegangen war, wodurch manches in Streitberg's buch leider schon jetzt veraltet ist. Scheinbar ansprechenden etymologien wie mhd. hall : an. hvellr, got. huls : an. hvcl u. dgl. ist durch die klarstellung der lautgesetze für immer der boden entzogen worden. In einen wichtigen punkte hat auch Zupitza m. das richtige nicht getroffen, nämlich wo er behauptet, dass anlautendes gu unter allen umständen die labialisation eingebüsst habe. Dagegen habe ich (Beitr. 22, 543 ff.) zu erweisen versucht, dass auch anlautendes gu nur vor u und consonanz zu g geworden sei (an. gunnr, ags. gúđ : gr. Deiva, póvos) : später wurde es in allen andern fällen durch Sievers' gesetz zu u (an. varmr : skr. gharmá

e.

u. dgl.). Es sei mir erlaubt hier einen ziemlich sichern fall von g aus gu vor consonanz nachzutragen, nämlich got. grētan, an. gráta (wozu mit ablaut an. grø'ta und ahd. gruozan), das sich mit gr, poato (*qoadiw), apr. gerdaut 'sprechen' unter einer wurzel *zhred-, *zherd- vereinigen lässt. Zupitza's beleg an. grunr : gr. ponu hat keine beweiskraft, denn das nordische wort ist wahrscheinlich ganz anders zu beurteilen (vgl. Wadstein, IF. 5, 28). In widerspruch mit Streitberg und Zupitza halte ich wortgleichungen wie an. gandr : gr. elvo für verfehlt und die verbindung von got. gildan, an. gjalda mit gr. Télios lässt sich m. e. nur aufrecht erhalten durch die annahme, dass das g aus guldum, guldans übertragen sei (vgl. Osthoff, IF. 4, 269). Ferner nimmt Streitberg (s. 111) an, dass die labiovelaren unter unbekannten bedingungen zu labialen geworden seien. Mir dünkt es noch immer, dass Kluge vor jahren im rechte war, als er den germ. übergang von gutturalen in labiale durch labiale umgebung zu erklären versuchte, ohne dass ich aber das gewicht der entgegengesetzten ausführungen Zupitza's unterschätzen möchte.

Im capitel über die consonantenverbindungen (s. 138—151) vermisse ich eine erörterung über die urgerm. geminaten XX, ff, pp und gg, bb, dd. Es geht allerdings aus s. 148 ff. hervor, dass Streitberg mit Kauffmann (Beitr. 12, 520 ff.) die gemination in fällen wie ahd. chnappo u. dgl. einer westgerm. consonantendehnung vorn zuschreibt. Nun dürfte es aber vielmehr scheinen, dass schon im Urgerm. geminierte spiranten und mediae vorhanden waren, denn es liegt kein zwingender grund vor um wörter wie an. spott (mit tt aus pp), kuggr, vagga, gabb, krabbe, stubbr, kodde, todde, padda als lehnwörter aus dem Westgerm. zu betrachten. Die von Kluge (Beitr. 9, 176 f.) vorgeschlagene erklärung ist mir noch immer annehmbar (vgl. zu einzelnen wörtern Beitr. 22, 193 ff.).

Mit recht findet Streitberg (s. 143) es wahrscheinlich, dass indog. mr anlautend durch germ. br vertreten sei (so erklärt sich ebenfalls got. brūps : avest. mraomi); hinzuzufügen ist jedoch, dass anlautendes m auch vor l zu b geworden zu sein scheint. Das sicherste beispiel ist got. bleips, sei es denn, dass man es mit Johansson (Beitr. 15, 226 f.) zu skr. mlā'yati oder aber mit mir (Beitr. 20, 563 f.) zu skr. mrityati stellen wolle.

Die formenlehre, welche die kleinere hälfte des buches ausmacht (s. 192—348), ist sachgemäss in zwei abschnitte verteilt : im ersteren sind nominal- und pronominalflexion zusammengefasst, während der zweite das verbum zum gegenstand hat. Streitberg's darstellung der flexion hat dieselben vorzüge wie der vorhergehende teil: klare ausdrucksweise und praktische anordnung machen den gebrauch dieser grammatik zu einer freude. Die übersichtlichkeit der formenlehre wird besonders dadurch erhöht, dass die paradigmata in fünf altgerm. mundarten neben einander aufgeführt werden. Wie der phonetische teil des buches zugleich als einleiHellquist: Tillägg 0. rättelser till Arkiv XIV. 1-46, 136–194. 389

tung in die indog. lautlehre zu empfehlen ist, so führt die flexionslehre den leser zugleich in die wichtigsten morphologischen probleme der ursprache ein. So gewährt die besprechung der ū-stämme (s. 198 f.) einen einblick in die bekannte theorie J. Schmidt's über die pluralbildungen der neutra und enthält der abschnitt über das verbum auch allgemeine erörterungen über actionsart und zeitstufe und über die weise, worauf diese anschauungsdifferenzen im Indog. ibren sprachlichen ausdruck gefunden haben (s. 276 ff.).

Dieses wenige wird genügen. Einer kurzen anzeige darf man ja nicht die anforderung stellen, dass sie alle vorzüge des buches gleichmässig würdige, und der leser wird auch so den eindruck bekommen haben, dass Streitberg's Urgerm. grammatik ein unentbehrliches handbuch ist. Schon der namen des Verfassers macht für jeden, dem die jüngste sprachforschung nicht unbekannt geblieben ist, den hohen wissenschaftlichen wert seiner arbeit selbstverständlich. Amsterdam Mai 1897.

C. C. Uhlenbeck.

Tillägg och rättelser till Arkiv XIV. 1–46, 136-194.

Till s. 5 r. 16 nfr.: på den här anförda härledningen af sv. babbla måste jag fortfarande hålla trots det förslag till etymologisk tolkning af detta ord, som framställts af O. v. Friesen Germ. mediageminatorna s. 22 följ. Utrymmet förbjuder att ingå på närmare detaljer. Det må blott anmärkas, att sv. dial. babbe 'gosse och nlgt. babbe 'pappa', som F. anför såsom stöd för postulerande af det urgerm. nomen, af hvilket sv. babbla skulle vara en afledning, med all sannolikhet böra betraktas som särspråkligt uppkomna, från'barnspråket härrörande ord, hvilka sinsemellan äro lika litet "besläktade” som t. ex. got. atta och gr. åtta (se för öfrigt Uhlenbeck Et. Wbch), t. bube 'pojke' och pl. buben 'mammæ? (jfr dock Friesen anf. afh. s. 26), sv. diall. datte 'bröstvårta' och de af Rietz s. 86 anf. likbetydande orden, gotl. mamme 'spene' och det likbetydande lat. mamma '), sv. diall. pappe 'bröstvårta och sv. pappa eller som flertalet af de ord, som anföras af G. Meyer IF VI. 109, många andra att förtiga. till s. 6 r. 18 nfr.: hänvisningarna till § 5 utgå 2). - till s. 7 bör läggas: af sv. diall. bjäffa 'skälla o. d.' på -s: (ä. nsv. o.) sv. diall. bjäfsa ds. s. Rz m. fl. Nom. dev.: bjäfs n. Rz. till s. 8: no. blikta osv. har en direkt motsvarighet i ags.

1) Att dock detta själft är ett "barnord" och ej med Fick, Osthoff och senast Froehde Bezz. Beitr. XXI. 193 bör föras till gr. uacós, kan på grund af de många parallellerna i andra språk oj betviflas.

2) Denna paragraf, där meningen var att meddela en öfversikt af de verb på -k, -l osv., som icke föllo inom afhandlingens ram, har af utrymmesskäl måst utelämnas.

ARKIV FÖR NORDISK FILOLOGI XIV, NY FÖLJD X,

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