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La Saga de Gunnlaug Langue de Serpent, traduite de l'ancien Islandais avec une introduction par Félix Wagner. Gand, A. Siffer Paris, E. Leroux. 1899.

Die französiche übersetzung der Gunnlaugs saga ist ein erfreuliches zeugniss für das auch ausserhalb des germanischen sprachgebietes existierende interesse für altnordische litteratur. Man muss den eifer und den enthusiasmus des bearbeiters um so mehr preisen, als für französich redende eine übersetzung aus dem isländischen ihre eigene schwierigkeiten bat; dass sich herr W. das bewusst war, zeigt ein von ihm angeführtes citat, wo das Isländische heisst: "cette admirable langue islandaise, dont la grammaire est la plus compliquée est la plus rebutante qu'il y ait au monde.” Nichtsdestoweniger ist es ihm gelungen, eine im ganzen getreue, wenn auch nicht ganz fehlerfreie übersetzung zu liefern. Aus dem ersten capitel führe ich ein paar

stellen an (nach Mogk's ausgabe, dessen text herr W. folgt freilich ohne mitzuteilen, weshalb er nicht den besseren text der Isl. s. gewählt hat). S. 1, 19: pangat, "dans cette région"; der sinn ist: nach Þorsteins wohnung. z. 23. 26: upp undir Vallfell, beide male: "à Valfel”; upp ist unübersetzt geblieben allerdings liesse es sich kaum durch éin wort widergeben, und auch die locale beziehung von undir ist verwischt worden, obgleich in einer fussnote der name Valfel erklärt wird; s. 1, 33: das formelhafte njóta draums sins, "seinen traum zu ende träumen”, wird buchstäblich übersetzt: "jouir de son rêve". – S. 2, 9: karldyrr, "l'entrée principale”, allerdings die übersetzung der wörterbücher, aber unrichtig, vgl. V. Guđmundsson, Privatboligen s. 232 f. – Die zahl derartiger ungenauigkeiten liesse sich mehren; doch wäre es namentlich mit rücksicht auf die schwierigkeit der übersetzung in eine ziemlich fernstehende sprache ungerecht, desshalb die verdienste der arbeit zu übersehen. Herr W. hat ein richtiges gefühl für die poesie der erzählung; das zeigt sich sowol an dem texte wie an der einleitung. Neue gesichtspunkte öffnet die letztgenannte nicht; sie ist aber kaum für gelehrte geschrieben worden. Einige auf einzelheiten bezügliche bedenken darf ich nicht zurückhalten. S. 13 werden die sogar eingeteilt in "les sagas historiques, mythologiques ou héroiques, romentiques, poétiques”; zu der letztgenannten kategorie wird die Gunnlaugs saga gezählt; aber ungeachtet der gemachten principiellen unterscheidung jener gattungen heisst es kurz nachher: "les exploits, qu'elle glorifie sont, du moins dans les traits fondamentaux, du domaine de l'histoire". Die klarheit lässt hier zu wünschen übrig; entweder ist die scharfe scheidung der gattungen nicht a seriori zu nehmen, oder die Gunnl. s. ist nicht zugleicherzeit der poetischen gattung zugehörig und durchaus historisch. – Die worte koma við þessa sogu (c. 3) beweisen nicht, dass der verfasser bei der behandlung des stoffes in hohem grade

ARKIV FÖR NORDISK FILOLOGI XVI:, NY FÖLJD XIII.

eklektisch zu werke ging (herr W. s. 16), sondern die stehende formel sagt aus, dass die überlieferung von den betreffenden personen entweder gar nichts mitteilte, oder nichts, was im zusammenhang der erzählung erwähnt zu werden verdiente. Über die echtheit der strofen sind mehrere ansichten möglich; doch trägt das, was herr W. darüber s. 19 schreibt, zur lösung der frage nichts bei; wesshalb wäre es denn eine absurdität, dass die norwe. gischen führer die erste verbreiter von Gunnlaugs letzter strophe gewesen sein sollten?

Dergleiche fragen werden durch sprachliche, metrische, textkritische erwägungen entschieden. --- Nicht nur Landnáma und Skáldatal, auch die saga selbst erwähnt den älteren Gunnlaugr ormstunga (c. 3; s. herr W. s. 19). – Sanfte frauen karaktere sind in der altn. litteratur doch nicht eine solche seltenheit wie der übersetzer s. 20 anzunehmen scheint; im ganzen sind sanftmut und friedfertigkeit karakterzüge, welche die verfasser vieler søgur auch bei männern hoch schätzten.

Dass die sogur bis zu ihrer aufzeichung "sur les lèvres du peuple” gelebt haben (s. 24), ist zu allgemein gesagt; manches wird auf nur wenigen bekannten familien

traditionen beruhen. Dass aber während der mündlichen überlieferung zwar der christliche einfluss sich geltend gemacht haben, die innere structur der (also der hauptsache nach fertigen?) sogur aber jedesmal intact geblieben sein sollte (s. 25), ist in hohem grade unwahrscheinlich. -- Unrichtig ist jedesfalls die behanptung (s. 24), die sagalitteratur bekunde "un progrès important dans la vie intellectuelle des peuples scandinaves: l'usage de l'écriture basée sur l'alphabet latin, denn das bekanntwerden der lateinischen schrift fällt nicht mit dem anfang der sagalitteratur zusammen. (Das ist doch der sinn des satzes? Sonst ist sein zweck mir unverständlich). - Dass die saga in der zweiten hälfte des 13. jahrhs. geschrieben sei, wird mancher forscher herrn W. nicht zugeben. - Die s. 27 ff. für die hypothese, dass der verfasser ein geistlicher war, angeführten gründe scheinen mir sehr schwach. - Die antiquierte ansicht, dass Ari Þorgilsson der verfasser war, bedurfte kaum mehr der erwähnung, viel weniger der widerlegung durch die bekannte chronologische argumentation. Ein substantiv dróttkvæđi (s. 30) wird manchem wie mir unbekannt sein.

Indessen sollen diese bemerkungen wie gesagt die verdienste der kleinen publication nicht beeinträchtigen. Namentlich das übersetzungstalent des bearbeiters verdient anerkennung. Bei einer etwas grösseren vorsicht in der aufstellung positiver behauptungen, welche die natürliche folge eines fortgesetzten studiums sein wird, wird es ihm ohne zweifel gelingen, mehrere schätze der altn. litteratur seinen landsleuten zu erschliessen. Amsterdam, Januar 1901,

R. C. Boer.

Tillägg och rättelser till Ark. nf. XIII, 161 ff.

Till s. 168---9. Då a-brytning finnes icke blott i det fnorska tillnamnet hiaki och i det nynorska dialektiska stjakje stjækje "stake”, utan ock i det nyisl. stjaki "stake” ljósastjaki "ljusstake" (hvilken form, enligt hvad prof. Finnur Jónsson meddelar mig, nu är bruklig på hela Islaud) ävensom i isl. iaki "isstycke", så har åtminstone dialektiskt i västnordiska språk den yngre a-brytningen inträtt i kortstaviga ord med ljudförbindelsen -ek-, efterföljd av ett a-ljud, efter hvilket på urnordisk tid ett slutljudande n förlorats. Brytningen *steka > stiaka (oblik kasus) etc. är naturligtvis yngre än den samnordiska brytningen gelda > gialda och har fram kallats av det efter e följande k-ljudet i förening med ultimas a-ljud. Jmf. s. 183 om den östnord. utvecklingen stela > stiala etc., där brytningen förorsakats av det supradentala l-ljudet i förening med det följande a-ljudet.

Läs s. 178 r. 6: tidigare i infortisstavelser än i fortisstavelser s. 181 r. 22 [i st. f. 'Selbu-målet i Norge']: målen i Orkedalen, Børgsen, Melhus och Singsås i Norge (jmf. Am. B. Larsen: Oversigt over de trondhjemske dialekters slægtskabsforhold s. 78).

Axel Kook.

ARKIV FÖR NORDISK FILOLOGI XVII, NY FÖLJD XII.

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