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Ein angebotner Kuß, um ihn nicht abzuschlagen;

v. vticolain,
Mein Lispeln abgelehnt, und lahm die stolze Hand:
Unzeitig muntrer Scherz, und fühlungslose Fragen;
Und Lob der frohen Zeit, die, seit ich schied, vers

schwand -
Ich fühlte wechselsweis des Unmuths wilde Flammen;

Den aufgebrachten Stolz, des Zweifels stil're Pein;
Und Furcht, ich möchte sie vielleicht zu schnell verdams

men ;
Und dann Entschuldigung und neuer Hoffnung

Schein.
Doch zu gegründet war der Kummer der mich drückte,

Zu bald erfuhr ich es, als ich von Lenen wich,
Und auf der Schwelle noch den neuen Freund erblickte,

Der an der dürren Hand des alten Kupplers schlich.
Ein drper, ausgezehrt vom Gifte geiler Kaffe,

Das ihm sein rothes Aug' zur steten Quelle macht,
Schleppt er am dicken Rohr die beulenvollen Füße,

Und spürt die Küchen aus, wo helle Flamme kracht;
Schleicht durch die Tempel hin, bleibt in den Straßen

stehen,
Und merkt die Mädchen an, die reif zum Manne

sind;
Er ist der Mütter Rath, der Måtter fetter Ehen,

Und jeder Liebe feind, bei der er nichts gewinnt.
Dies ist des Alten Bild, der erstlich mit Verdachte,

Dann mit Verläumdungen, o Lena! dich betrog;
Dann, fühn auf den Erfolg, als niedrig mich vers

lachte,
Und dann sein stolzes aug' auf seinen Buhler zog.
Allein du wusstest nicht (so kann man Eitle blenden)

Daß (dyndder Eigennuß an dieser Liebe hieng;
Daß deiner Kufie Preis aus deinen eignen Kånden

Berstohlen in die Hand des Kupplers åbergieng.
Wie pldplich fahest du so stolz auf mich zurücke! -
Entehrte dich mein Blut? Schien dir mein Erbe

klein ?
Auch ich verließ um dich den Wunsch nach hdherm Glús

cke,
Und wählte, klein wie du, doch klein mit dir zu

seyn.
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Thr

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(v. tricolai. Ihr Musen, råchet mich! So müssen meine Lieder

Mich über Lenen weit in fremder Luft erhöhn!
Und kehr ich einst bemerkt zur sanften Jue wieder,

Dann lasst mit hohem Blick mich vor ihr über gehn.
Ihr Name, dunkel noch in dem erfreiten Stande,

Erreiche, schwerberühmt, den Tadel spåter Zeit!
Wohin mein Lied ertont, ertdne Lenens chande;

Zum Sprůchwort werde sie bestrafter Eitelkeit!
Du aber, dessen Rath mir Lenens Herz entzogen,

Dir fresie scharfes Gift die falschen Wangen ab!
Die Wuth der Jünglinge, die du, wie mich, betrogen,

Durchstofe deine Brust, und laß dich ohne Grab. Verhdnet liege lang', ein Scheusal jeden Blicken,

Bis wir dein ebles Pas mit Kieseln überstreun. So musle (påter Fluch dein tahles Dentmal drücken,

Und wer vorübergeht auf deine Grube speyn!

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S. B. I S. 445. Hier ist die erste von den in reis nen Gedichten gesammelten fünf (chinen Elegieen, die fåmt: lich zu den besten deutschen Mustern dieser Art gehören.

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Denkt mein Mädchen an mich ? Balsamischer duftet

der Garten
Nach dem Regen, und Glanz tråufelt am grüneren

Busch.
Aber ich hefte den Blick auf den Bach, der voller hins

abstürzt,
Gleite fanft wie ein Traum gegen die schäumende

Fluth,
Und mein horchendes Ohr hårt leisen laut, wie des Måd.

dens
Liebe seufzendes Ach, tief in des Falles Geråusch.
Denkt mein Mädchen an mich? und erfüllt mit zitterns

der Shndung Hier im Blumengeduft, etwa ihr Engel mein Herz ? O so beschwdr' ich dich bei des Mädchens reinster Ems

pfindung, Die ihr mit Himmelswonn Augen und Wangen ver:

klårt; Zeige mir die Gestalt der Herrlichen, welche vol Tiefs

finn,

Fern auf verlassener Flur, ihres Erfohrenen denkt! Srrt fie im bunten Thale, von frohen Gespielen geno:

thigt, Stumm, den grünen Hut über die Augen gesenkt; Pflückt ohn' Absicht Blumen, und springt ißt freudig

zur Blüthe
Jenes Kollunders, der einst unsere Kusse verbarg ?
Oder zum rieselnden Quell, den in hohler Hand Rie bei

Mondschein
Einst zu trinken mir bot? Spielet fie zdgernd im

Quell,

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Unachtsam des Setåndels um ste; und lifpelt vergebens
Ihr die Freundin ins Ohr: Mädchen, du bist ja so

ftid?
Oder sikt sie einsam im grünen Dunkel der Laube,

Auf der Stelle, wo einst mir an dem Herzen fie lag?
Die ihr die sonnigen Blåtter mit duftender Kühle durch :

athmet, Weht mir den Rosenbusch, freundliche Weste, zurück! Ach! fie lehnt die Stirne, von braunen Locken umflattert,

Hingesenkt auf die Hand, an den gebogenen Aft; Chránen neben die Hand und die glühende Bange; fie

seufzet, Nennet mich, und schwer zittert ihr Busen empor. Selma, Selma! weine nicht so! Du weinest um mich

zwar;
Aber es bricht mir das Herz, Beste, dich weinen zu

Tehn.
Der mit regnendem Blicke so ähnlich unsre Seelen

Schuf, so wunderbar uns beide vereinigte, Gott,
Unser Water, beschied uns Trennungen; aber nicht zurs

nend! Bald vereint uns, bald! wieder ein ewiger Bund! Still! fie athmet leis', auf die mide geweinten Wimper

Giesst mein Genius ihr duftigen Schlummer herab,
Und umstrahlt ihr den Geist mit des heiligen Tages

Erscheinung,
Der den Locken der Braut Rosen und Mirten ums

flict:
Athemlos umarint sie des Bräutigams Bild, und mit

holdem,
Wollust schmachtendem Vaut drückt sie ihn fefter ans

Herz,
Bebt; und wie Abendroth auf regenbeträufelter Rose,

Schimmert ein Lächeln sanft über ihr nasses Gesicht.

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