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folgendes als seine ansicht mit. Die sprache hat auch andere kurzstämmige neutrale a-stämme ohne brechung, wie zb. fet. Schwed. fiat beweist, dass die brechung lautgesetzlich eintrat; aus dem dat. sing. fetē, n. acc. pl. * fetu, gen. pl. feta, dat. pl. fetum aber wurde vor dem eintritt der älteren u-brechung und vor dem eintritt der jüngeren a- und u-brechung das e in den nom. sing. hinübergeführt. Auf dieselbe weise erklärt sich das e in *knev (statt *kneau aus *knewa), woraus jünger kné.

Wenn bjár aus *bewar entstanden ist, so sind *beawr, *bjawr die zwischen den extremen liegenden formen. Erstere form kann die directe vorstufe von ags. béaw sein. Die voraussetzung ist, dass diese namensform den Angelsachsen überliefert wurde nach dem eintritt der älteren a-brechung in kurzer silbe, also kaum vor dem anfang des 8:en jahrhunderts. Wenn der name in einer früheren periode aus dem altn. ins ags. überging, so wäre die grundform *bewar, was sich auf ags. sprachgebiete nur zu béo, béow entwickeln konnte. Diese namensform begegnet nun in den quellen ziemlich häufig, vgl. Binz a. a. 0. Denkbar wäre es, dass neben béow auf ags. boden béowa mit hinzugefügter schwacher endung entstanden wäre. Doch nimmt man weit einfacher an, dass schon im urn. starke und schwache flexion nebeneinander standen. Aus einem urn. *bewă musste sich regelmässig in ags. beowa entwickeln, mit übergang der vorvocalischen gruppe ew in eow, wie treowes aus trewes, vgl. Sievers ags. gr.: 73, 2. Der ursprünglich kurze diphthong wäre, sofern er als lang anzusetzen ist, unter dem einflusse von béow gedehnt worden. Der ags. wechsel ea:eo wäre somit auf einer schon im urn. vorhandenen variation zurückzuführen; im ags. aber läge nicht umgelautetes sondern echtes eo vor, welches dialectisch als io, iu aufzutreten vermag.

Es fällt in hohem grade auf, dass in starker flexion beide namensformen, mit ea und mit eo belegt sind, während

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schwach flectiert nur beowa erscheint ?). Binz führt a. a. 0. s. 155–6 ca. 23 ortsnamen an, welche den namen enthalten; zweimal begegnet dort der genitiv Beas; fünfmal abgesehen von widerhohlungen desselben ortsnamens Beuues (1 x), Beues (2 x), Beos (1 x), Beus (1 ); viermal Beowan (1 x), Bewin (1 x), Bewen (1 x), Beun (1 x); fünfzehnmal Beue, Beu, Beo, Bee, Be, Bew, wo, wie im vorhergehenden fall, wol die schwache form zu grunde liegt; in Béaneccer und Béanstede liegt, wie auch Binz annimmt, nicht beáwa sondern béan abohne" vor. Dem entspricht nun genau, dass die im altn. stark declinierte form, je nach der periode in der sie entlehnt wurde, zu einer ags. form mit eo resp. ea führen konnte, während aus der altn. schwachen form nur eine ags. mit eo entstehen konnte; denn nirgends, auch nicht in einer jüngeren periode, wäre hier altn. ja zu erwarten; dem urn. *bewå entspräche lautgesetzlich isl. bevi (zur erhaltung des w vgl. savar u. dgl.), und auch in den casus obliqui wäre, da die stammsilbe kurz ist, bei dem schwachen subst. kein brechungsvocal zu erwarten, vgl. Kock, Arkiv 17, 165 f.

Wenn der name skandinavisch ist, so wurden die formen, welche béow, béowa zu grunde liegen, in der periode vor der übersiedelung nach Brittannien entlehnt. Die form béaw ist in diesem fall jünger und stammt aus der zeit der dänischen invasion. Wenn zu der zeit die sage beiden völkern bekannt war, so kann die dänische form beaw(r) die angelsächsische form béow beeinflusst und deren umgestaltung zu béaw bewirkt haben. Doch blieb, wie die angeführten statistischen data zeigen, die form mit éo, auch bei starker

1) Der bei Florentius wigornensis p. 218 éinmal belegte genitiv Beawae (angeführt bei Grimm, Mythol." III, 387) beruht entweder auf falscher latinisierung oder auf einem compromis zwischen Béaw und Béowa, hat aber bei der häufigkeit des namens auch in den lateinischen kroniken nicht die geringste beweiskraft. Interessant ist die bei Thomas Otterbourne (Grimm t. a. p. s. 388, vgl. auch 389) auftretende form Beir der kentischen logie (zwischen Getwa und Sceldwa). Das weist direct auf altn. Biar zurück,

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flexion, die geläufigere; die fremde form begegnet nur in zwei geographischen namen (wo freilich neben Beasfeld noch Beuuesfeld steht), und, neben Béowa, in den - gelehrten genealogieen.

Wenn der name ein angelsächsischer ist, so bleibt die schwierigkeit des wechsels von ea mit echtem eo bestehen. Nur durch die annahme, dass Béaw und Béowulf etymologisch verschiedene namen sind, und dass Béowa und Béow compromisformen sind, welche dem namen Béowulf ihr eo entlehnt haben, liesse sich diese schwierigkeit lösen. Doch steht man dann vor dem neuen rätsel, dass in all den ortsnamen, welche den namen enthalten, einzig und allein der kurzname auftritt, was mit der annahme, dass der held zur zeit als die ortsnamen entstanden schon unter dem längeren namen bekannt gewesen sei, sich in keiner weise verträgt. Ferner muss dann altn. bjár, falls nicht jeder zusammenhang zu leugnen ist, eine entlehnung aus dem ags. sein. Die entlehnung müsste älter sein als die arbeit des chronisten, der den namen mitteilt, denn er schrieb die ags. namensform (Beaf) neben diese. Und zwar bedeutend älter, da der unterschied ein ziemlich grosser ist. Dann ist er entweder in literarischer zeit aus einer kronik entlehnt worden, oder die Dänen lernten ihn von den Angelsachsen kennen, als diese noch auf dem festlande wohnten. Gegen die erstere alternative werde ich unten mehrere gründe anführen; ich weise hier auf die unmöglichkeit, dass der aus einer chronik entlehnte isolirte name in mündlicher überlieferung erhalten worden wäre; ein sagenhistorischer inhalt war schon zu der zeit, wo das epos in der vorliegenden gestalt entstand, mit dem namen Béaw nicht mehr verbunden; die Angelsachsen selbst kannten nur den namen (vgl. unten. s. 65). Andererseits ist auch eine frühe entlehnung aus dem ags. wenig wahrscheinlich, wenigstens wenn das ea in beaw aus au entstanden ist, denn der form bjár müsste doch eine

man

ags. form mit ea zu grunde liegen, und so alt ist das ags. ea aus au und sind auch die übrigen agg. ea kaum. Nimmt

es aber mit diesen einwendungen leicht, so muss zugegeben werden, dass lautlich aus ags. beaw altn. bjá, und daraus mit zutretendem nominativ-r, welches später als wurzelhaft aufgefasst wurde, bjái (r) werden konnte.

Nicht auf grund obiger ausführungen nehme ich an, dass die sage von Béowulf skandinavischen ursprunges ist. Denn die oft sehr unsichere etymologie eines namens scheint mir ein schwacher boden für weitgehende sagenhistorische speculationen. Doch glaube ich, dass das angeführte zu dem nachweise genügt, dass, falls die untersuchung der überlieferung zu der annahme skandinavischen ursprunges der sage führen würde, die formen, welche der name des helden in der ags. und altn. überlieferung zeigt, einem solchen resultate nicht widersprechen würden, vielmehr zur bestätigung desselben angeführt werden dürften.

2. Die mythische deutung der überlieferung.

Nach dem vorgange Müllenhoffs geht die heutige Béowulfforschung von zwei unbewiesenen voraussetzungen aus. Es wird angenommen:

1:0 dass die grosstaten Béowulfs in der reihenfolge, in welcher sie das epos mitteilt, einen gemeinsamen mythischen hintergrund haben, und dass die chronologische folge des epos der chronologie der zugrundeliegenden mythischen ereignisse entspricht.

2:0 dass Béowulf (Béaw) eine hypostase des Scéaf resp. Scyld ist, und dass die herstellung der in der überlieferung verlorenen verbindung von dem, was im epos von Scyld und von dem was von Béowulf erzählt wird, der erste und hauptsächliche schritt zur reconstruction des mythus von Béaw ist.

Beide behauptungen halte ich für gleich unstatthaft. Freilich ist darauf wert zu legen, dass im epos der ältere Béowulf ein sohn des Scyld Scéfing genannt wird. Dass der Scylding Béowulf und der Géate Béowulf während einer bestimmten periode der überlieferung eine und dieselbe gestalt gewesen sind, davon bin auch ich überzeugt. Der name Béaw Béowa der genealogieen gegenüber Béowan ham und dgl. bürgt dafür. Aber dass die reihe (Scéaf )-Scyld-Béaw(Taétwa) eine mythische ist, m. a. w. dass Béaw von hause aus der sohn weil eine hypostase Scylds resp. Scéafs ist, scheint mir ein aprioristisches postulat der Müllenhoffschen theorie zu sein. Nach Müllenhoff und mehreren jüngeren forschern ist Béaw ein angelsächsischer heros; Scyld ist ein dänischer fürst.

Zwar behauptet Müllenhoff, die gleichheit des namens habe die anknüpfung Scylds an den dänischen eponymos verursacht. Welcher grund ist aber dazu vorhanden, Scyld von Skjoldr, dessen stelle er in der genealogie einnimmt und dessen namen mit dem seinigen identisch ist, gewaltsam zu trennen, wo nicht der, dass Béaw für einen angelsächsischen heros und zugleicherzeit für eine hypostase des Scyld erklärt werden soll? Die überlieferung gibt für diese trennung keinen grund her; im gegenteil zeigt die von Sievers, Leipziger Sitzungsberichte 1895, 188 ff. angeführte parallelle bei Saxo, dass dem altertum der dänische Skjoldr und der Scyld des ags. epos für durchaus identisch galten.

Der blosse umstand, dass Béowulf ein sohn des Scyld genannt wird, beweist für die ursprüngliche zusammengehörigheit der auf die beiden gestalten bezüglichen sagen nicht das geringste. A priori ist es eben so möglich, ja wahrscheinlicher, dass ein berühmter held in die genealogie der könige aufgenommen wurde, als dass einer der vorzüglichsten helden des stammes aus der genealogie ausgestossen und zu einer fremden krieger und dienstmann, als welcher der held im epos erscheint, gemacht wurde.

Durch die verbindung aber der sagen von Scéaf-Scyld und von Béowulf gewinnt man eine zusammenhängende er

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