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VORWORT.

Auch bei dieser vierten Auflage ist mir von mehreren Seiten freundschaftliche Unterstützung geworden. Der Herr Dr. Eckstein zu Halle hat fortgefahren mir seine reichen Sammlungen zu Gute kommen zu lassen, und nicht minder seine Beobachtungen und Erfahrungen; F. Schultz zu Münster bat mir eine Reihe von Bemerkungen mitgetheilt, und dabei nicht nur die philologische sondern überall auch die pädagogische Seite der Erklärung ins Auge gefasst; meine Amtsgenossen Dr. Boeger und Dr. Jahn haben wie manche andere Arbeit, so auch die des Corrigirens mit mir getheilt.

Recensionen habe ich zwei zu erwähnen. Die erste, von dem Herrn Professor Dr. Schmidt zu Stettin (Pädagog. Archiv 1860. Bd. II. S. 372–378), ist nach Ostern 1860 erschienen, gilt aber noch der zweiten Auflage von 1856, und war wohl nur für Solche bestimmt, welche das Buch selbst nicht kannten. Die andre, von Dr. Karl Reichel zu Wien (Zeitschrift f. d. österr. Gymnas. 1861. 1. Heft. S. 32-44), ist mit Sachkenntniss und Wohlwollen verfasst, und bat mich namentlich zu der wesentlich veränderten Auffassung von C. I. 7 geführt.

Von anderweitigen Beiträgen, welche dies Mal von mir berücksichtigt oder benutzt worden sind, hebe ich besonders die von M. Seyffert (Zu den Oden des Horaz, Zeitschr. f. d. Gymnasialw. XIV. 7. S. 576–587 und XVI. 2. S. 226 — 239), von A. Göbel (Quaestiones Horatianae, Zeitschr. f. d. Gymnasialw. XVI. 8. S. 640-654 und XVI. 9. S. 734-744) und von M. Axt (Coniectanea Homerica, Kreuznach 1860) hervor. Aber der von dem hochverehrten Verfasser der Conjectanea auf S. 18 ausgesprochenen Hoffnung, dass ich fortan mehr als bisher auf die

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Athetesen unsrer Kritiker eingehen werde, kann ich nicht entsprechen: und jetzt nachdem das Buch von Gruppe Über die Interpolationen in den römischen Dichtern erschienen ist, dessen Lectüre den Bewunderern einer subjectiven Kritik nicht dringend genug empfohlen werden kann, jetzt weniger als jemals.

Ich habe mich ernstlich gefragt: Ist dieses Buch von 600 Seiten gr. 8, welches zur Erläuterung Ausführung und Bestätigung seiner Behauptungen noch eines zweiten und dritten Wer· kes bedarf dieser Minos, dem noch ein Äacus und noch ein Rhadamanthus folgen soll um seine Aussprüche zu rechtfertigen - ernstlich gemeint? Sollte hier nicht vielmehr eine grossartige Ironie, die absichtliche Übertreibung eines gewissen mehr und mehr um sich greifenden kritischen Verfahrens vorliegen, welche geeignet wäre gerade die Unhaltbarkeit und Ergebnisslosigkeit einer solchen Kritik zu zeigen?

Der Verfasser weiss, diese Übertreibung ist oft schädlicher als der einfache Widerstand’: und selbst der Name Minos' kann Bedenken erregen, zumal in der Verbindung mit Äacus' und Rhadamanthus'. Wenn man nun aber sieht wie die Vorgänger der Minoischen Kritik behandelt und abgethan werden, an ihrer Spitze Hofman Peerlkamp, welcher dem Minos ebenso oft zu weit gegangen als nicht weit genug gegangen' ist, dessen Bedenken erkünstelt’ scheinen, der ‘das Echte wegschnitt und das Unechte pflegte', der einen Heilungsversuch machte 'wo nichts zu heilen war', der schlechte Verse sich ruhig hat gefallen lassen', der das Falsche geschont und das Echte zerstört und vielleicht sogar in einem Puncte das Gedicht II. 1 entstellt hat, der mit der Fälschung Hand in Hand zu gehen scheint'; wenn man sieht wie die Masslosigkeiten Anderer hier durch Ungeheuerlichkeiten überboten werden, und wenn man dann liest: Nachdem so grosse Gelehrte und so gefeierte Kritiker so dreist aufgetreten, dürfen wir nun wohl auch unsererseits ein Weniges wagen’; wenn man Beweisgründe liest wie folgende: die Schlauheit der Fälschung spricht für die Fälschung', `Horaz kann nicht sein eigener Nachahmer sein', 'zwei Bilder sind hier schlechter als eines, und beide zu wohlfeil für Horaz’, und wiederum : ich bleibe den Beweis einstweilen schuldig'

wenn

man dies und Anderes liest, was Manchem wohl noch wunderbarer scheinen möchte; so kann man sich schwer zu dem Glauben entschliessen, dass das Alles ganz ernsthaft gemeint sei.

Doch darauf kommt es auch gar nicht an, und ich enthalte mich jeder Entscheidung. Immer steht so viel fest, dass der geistreiche Verfasser des Minos den zu C. II. 11 von Meineke aufgestellten Satz Vide quam diversa sint hominum palata, zu dem sich in der zweiten Auflage seiner Ausgabe der Horazischen Lieder auch Peerlkamp bekennt, auf eine Art bewiesen hat die nichts zu wünschen übrig lässt.

Königsberg i. d. N. den 9. Februar 1863.

Carl Nauck.

AUS DEM VORWORT ZUR DRITTEN AUFLAGE.

Einen grossen Antheil an dieser dritten Auflage der Oden und Epoden hat der Herr Dr. Friedr. Aug. Eckstein zu Halle, welcher nicht nur eine Revision der Correcturbogen übernommen, sondern auch in jeder andern Beziehung mich auf das Förderlichste mit Rath und That unterstützt hat.

Von Recensionen ist dies Mal nicht viel zu sagen. Mit dem Herrn Rector Kolster, welcher in den Neuen Jahrbüchern (B. LXXV. Heft 7) auch die zweite Auflage recensirt hat, habe ich mich bereits ebendaselbst (B. LXXV. Heft 10) zu verständigen versucht. Dagegen würde jeder Versuch, mich mit dem Verfasser der Anzeige in dem Literarischen Centralblatt (1857. Nr. 17) zu verständigen, vergeblich sein.

In freundlicher Weise gedenkt meines Buches der Aufsatz von C. Prien über den symmetrischen Bau der Horazischen Oden, Rhein. Museum XIII. 321–376. Herr Prien theilt meine Ansicht von dem kunstreichen Strophenbau und der symmetrischen Anlage der Oden, und stimmt bei einigen derselben mit der von mir angenommenen Gliederung überein. Aber bei Weitem grösser ist die Anzahl derjenigen, wo er statt eine gefundene Symmetrie aufzuzeigen, eine geforderte Symmetrie herstellen will.

Zu den verglichenen Ausgaben sind jetzt noch die von Franz Ritter und von Gustav Linker hinzugekommen. Aus der grossen Zahl von Programmen und Gelegenheitsschriften, welche ich benutzen konnte, erwähne ich als besonders dankenswerth die von dem zu früh verstorbenen Dr. Theod. Arnold (Halle 1855 und 56), von dem Prof. Dr. Breitenbach (Wittenberg 1857), von Theod. Lenhoff (Neu - Ruppin 1858) und von Chr. Herbst (Danzig 1858).

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