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folger nicht ausgedehnt, noch auch mehr, als der 6te Theil des bei der Ubergabe festgesetzten Erbzinses erlassen werden. Wenn aber im Verlaufe der Zeit die Sache Schaden erleidet, so wird er (der Empfänger) aus dem Besitze gesetzt und muss den Schaden vergüten. Ist aber der Kirchenverwalter (hierbei) nachlässig zu Werke gegangen, und hat den Erbzins mit unpassenden Personen abgeschlossen, so soll er selbst für allen Nachtheil stehen.

25.

Die Chartularier °) der grossen Kirche sollen auch nicht durch eine Mittelsperson ein Grundstück der Kirche durch Pacht oder Erbzins oder auf eine andere Weise an sich bringen. §. 1. Diese Chartularier werden auf vorgängige, schriftliche Ausfertigung angestellt, auf welcher sich sowohl die Unterschrift des Patriarchen, als die des Kirchenverwalters befindet. §. 2. Und wenn es erwiesen würde, dass einer derselben etwas unterschlagen oder veräussert oder sich sonst unfertig betragen hätte, so sollen die Patriarchen und Kirchenverwalter ermächtigt sein, ihn aus der Liste zu streichen. §. 3. Von solchen Chartulariern sind aber für die Canzlei des Orientes 15, für Asien 16, für Pontus 15, für die Leibwache 15, für Thracien 8, für Antiochien 6, für Calopodien 6, für die Ausgaben 10, und für die Legaten 9 anzustellen§. 4. Und es empfangen dieselben nach dem Herkommen für die über den Erbzins auszufertigenden Urkunden 2 Proc., für die, welche einen Pacht oder andere Geschäfte betreffen, 1 Proc. §. 5. Wenn aber Jemand über die festgesetzte Zahl als Chartularier angestellt wird, so - wird er abgesetzt und zahlt der Kirche 15 Pfund, und Der, welcher ihn angestellt hat, zahlt 20 Pfund. §. 6. Unter genauer Erwägung und mit Zuziehung des Patriarchen sollen die Kirchenvorsteher die von den Erbzinsleuten, Pachtern oder Verwaltern eingezahlten Posten prüfen, so dass ein jeder der Kirchenvorsteher in der ihm selbst anvertrauten Verwaltung die Prüfung anstellt; rücksichtlich der übrigen 40) aber sollen die Kirchenvorsteher die Rechnungen auf schriftlichen Befehl des Patriarchen durchgehen und die

9) Chartularii: Schreiber, Secretaire, Actuarien, Expedienten,

welche mit Ausfertigung von Urkunden zu thun haben.

10). Dies bezieht sich vermuthlich auf die Verwaltung der Kirchengüter in anderer Beziehung, d. h. derer, welche nicht ausgethan worden sind.

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ser Letztere dieselben mit dem Worte: „Gelesen“ unterschreiben. Für Das aber, was ohne Beobachtung dieser Form geprüft worden ist, muss der Kirchenverwalter selbst stehen.

§. 7. Hingegen von den verrechneten oder empfangenen Einkünften oder eingegangenen Geldern erhalten die Kirchenvorsteher 1 Proc., wer aber mehr nimmt, soll seines Dienstes als Chartularier und seiner kirchlichen Würde verlustig gehn.

§. 8. Auch müssen die Kirchenvorsteher in jedem, höchstens in zwei Monaten, bei den Cassenführern unnachsichtlich Rechnung ablegen, und laufen im Unterlassungsfalle Gefahr (abgesetzt zu werden).

26.

Der Kaiser Justinianus an den Julianus, Praef Praet.

Da Wir neuerdings in mehreren Testamenten solche Erbeinsetzungen gefunden haben, in welchen Jemand unsern Herrn Jesum Christum zum alleinigen Erben ernannt hatte, ohne irgend eine Capelle oder Kirche zu bezeichnen, oder unsern Herrn Jesum Christum zur Hälfte oder zu ungleichen Theilen, einen Andern aber ebenfalls zur Hälfte oder zu irgend einem Antheile gerufen hatte (denn es sind Uns schon mehrere solche Testamente vorgekommen), und da Wir bemerkten, dass hieraus in Bezug auf die älteren Gesetze eine grosse Unsicherheit entstand, so wollen Wir auch dieses verbessern und befehlen, dass, wenn Jemand unsern Herrn Jesum Christ um entweder allein, oder auch nur zum Theil als Erben eingesetzt hat, unbezweifelt die heilige Kirche der Stadt, des Ortes oder des Bezirkes, in welchem der Verstorbene sich befunden, als eingesetzte Erbin zu betrachten sei und dass die Erbschaft entweder im Ganzen, oder zum Theil, wie nun die Erbeinsetzung lautet, durch die gottgeliebten Kirchenvorsteher eingetrieben werden mag, und dass dasselbe stattfinden soll, wenn ein Vermächtniss oder Fideicommiss ausgesetzt worden ist, dass nämlich dieselben den heili-, gen Kirchen zu dem Zwecke angehören, damit sie zur Unterstützung der Armen beitragen.

§. 1. Wenn er (der Eine) aber einen von den Erzengeln oder von den heiligen Märtyrern erwähnt hätte, ohne jedoch die Kirche zu benennen, was, wie Wir wissen, auch von Jemandem geschehen ist, der zu den Vornehmen gehörte und in der Gottesgelahrtheit und Rechtswissenschaft hoch angesehen war, so soll, wenn sich in jenem Orte oder dessen Bezirke eine Kirche befindet, welche zu Ehren jenes heiligen Erzengels oder Märtyrers erbaut worden ist, diese als eingesetzte Erbin betrachtet werden; wenn aber an jenem Orte oder in dessen Bezirke sich keine solche Kre befindet, SO

sollen die Kirchen, die in der Hauptstadt sind, als Erbinnen angesehen werden, und wenn in der Hauptstadt eine solche Kirche vorgefunden würde”), so soll dieser die Erbschaft, oder das Vermächtniss oder Fideicommiss unbezweifelt zufallen; wenn aber dort sich keine solche Kirche findet, so sollen es die (sämmtlichen) Kirchen des Ortes erhalten. Denn allerdings müssen den heiligen Kirchen alle andere Anstalten weichen, wenn es nicht klar erwiesen ist, dass der Verstorbene an einen andern Namen gedacht habe und einen andern bezeichnen wollen, als den er wirklich ausgesprochen, wie es Uns auch schon in dem Testamente eines gewissen Ponticus vorgekommen ist, bei welchem damals entschieden worden, dass das geschriebene Wort Dem, was in Wahrheit bestehe, keinen Eintrag thue. §. 2. Wenn aber der Erblasser eine bestimmte Kirche nicht bezeichnet hat, und es befinden sich in jenem Orte oder dessen Bezirke mehrere Kirchen desselben Zeichens oder Namens, der Verstorbene hat aber eine derselben häufig besucht und eine besondere Anhänglichkeit für dieselbe an den Tag gelegt, so soll das Vermächtniss als dieser Kirche hinterlassen betrachtet werden; wenn aber keine solche Kirche vorhanden ist, so soll das Vermächtniss oder die Erbschaft zunächst derjenigen unter mehreren Kirchen desselben Namens zufallen, welche unvermögender, als die übrigen und der Unterstützung und des Almosens am bedürftigsten ist. Geg. zu Constantinopel, am 20. Oct. 530, unter dem Consulate des Lampadius und Orestes. - **

- - Dritter Titel.

Von Bischöfen und Geistlichen, von den Vorstehern der Waisenhäuser, Hospitäler, Findel- und Krankenhäuser, von Klöstern, Mörzchem und den Vorrechten derselben, vom Sondergute der Krieger und der Auslösung der Gefangenen und von den verbotenen oder erlaubten Ehe m der Geistlichen.

1.

Der Kaiser Constantius seinen Gruss an die Geistlichen.

Nach der Verordnung, die Ihr längst empfangen, soll Nie

mand entweder Euch oder Eure Untergebenen zu neuen Beiträgen in Anspruch nehmen, sondern Ihr sollt davon frei sein.

11) Die jenem Erzengel oder Märtyrer besonders geweihet wäre.

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Überdem sollt Ihr auch keine Fremden bei Euch aufnehmen. Geg. am 26. Aug. 343, unter dem Consulate des Placidus und Romulus.

2. Der Kaiser Constantius und Julianus, Caes. an den Bischof Felix. /

Die Geistlichen sollen nicht mit ungehörigen Ansprüchen behelligt und nicht mit unbilligen Foderungen bedrängt oder mit lästigen Abgaben heimgesucht werden. Und wenn auch die Handelsleute zu einer gesetzlichen Abgabe verbunden sind, so soll doch dieser Ubelstand von jenen Allen (den Geistlichen) fern bleiben. Denn wenn dieselben durch Sparsamkeit oder Behutsamkeit oder durch Verkehr, welcher jedoch den Anstand nieht verletzen darf, etwas gesammelt haben, so müssen sie dieses zu Gunsten der Armen und Dürftigen aufwenden, so wie auch Dasjenige, was aus ihrem Geschäfte oder Handel hat gesammelt oder zusammengebracht werden können, blos als ein Gewinn für die Kirche anzusehen ist. §. 1. Aber auch die Untergebenen derselben, welche bei solchen Handelsgeschäften angestellt sind, wurden bereits durch mehrere hochachtbare Verfügungen des Kaisers, meines verewigten Vaters, insofern sichergestellt, als die Geistlichen sich mehrerer (der oben erwähnten) Vorrechte erfreuen sollten. §. 2. Es sollen also die obengenannten (Geistlichen) zu ausserordentlichen Abgaben nicht verbunden und mit jeder Belästigung verschont sein. §. 3. Eben so wenig sollen sie, oder ihre Besitzungen und Güter zu den Beiträgen für öffentliche Fuhren in Anspruch genommen werden. §. 4. Dieses Vorrecht soll allen Geistlichen zu statten kommen, so wie auch die Eheweiber und Kinder derselben und ihre Untergebenen, Männer oder Weiber, und deren Söhne oder Töchter, von solchen Abgaben für immer befreit bleiben sollen. Geg am 24. Dec., zu den Acten gebracht am 28. Dec. 357, unter dem 9ten Consulate des Kaisers Constantius und dem 2ten des Julianus, Caes.

Nova constitutio Friderici Imperatoris de statu et consuet. contra lib. eccles. §. Item nulla.

„Gleicherweise soll sich keine Gemeinde, oder öffent„liche, oder Privatperson unterfangen, Steuern, Beiträge, „Zinsen oder Dienste von den Kirchen oder andern frommen „Stiftungen oder von den geistlichen Beamten zu verlangen, » oder die kirchlichen Güter in Anspruch zu nehmen. Hätten » sie es aber gethan und nach Auffoderung von Seiten der

„Kirche oder der Regierung den Ersatz verweigert, so sollen ,,sie das Dreifache erlegen und überdem noch ihre Giiter der „Reichsacht unterworfen sein, wobei es auch, wenn nicht », der gehörige Ersatz geleistet wird, unvermeidlich sein Be», wenden hat.“

3.

Derselbe Kaiser und Caes. an den Taurus, Praef Praet.

Du sollst, kraft Deines hohen Amtes, nicht nur nicht dulden, dass Geistliche, welche Grundstücke besitzen, fremde Besitzungen von Abgaben frei erklären, sondern Du musst auch darauf dringen, dass dieselben, von den Grundstücken, welche sie selbst besitzen, die öffentlichen Steuern bezahlen. Denn Wir begehren, dass alle Geistliche, als Grundstücksbesitzer die an die Landescasse zu leistenden Steuern und öffentlichen Abgaben entrichten sollen. Geg. am 30. Jun. 360, unter dem 10ten Consulate des Kaisers Constantius und dem 3ten des Julianus.

4.

Derselbe Kaiser an den Taurus, Praef Praet.

Wenn die Unterbeamten des kaiserlichen Rechnungsführers die Besorgung des Postenlaufes oder die Bedürfnisse des Kriegszahlmeisters vernachlässigt oder auch die Fiscalischen Rechnungen unterschlagen haben und nun zu dem Ehrenstande der Geistlichen übertreten wollen, so sollen sie auf ihre früheren Pflichten zurückgewiesen werden. Wenn sie aber der Rechnungsablegung oder andern Verbindlichkeiten nicht unterworfen sind, so soll ihnen, nachdem die Richter in Kenntniss gesetzt worden sind, und die Beamten ihre Genehmigung ertheilt haben, und insofern das Streben nach einem lobenswürdigen Lebenswandel dies zu erheischen scheint, der Ubertritt frei stehen, ohne dass sie einen Verlust ihres Vermögens zu besorgen haben. Sollten sie sich aber durch heimliche Kunstgriffe einzuschleichen suchen, so sollen sie 2 Drittel ihrer Güter ihren Kindern, oder, wenn sie kinderlos sind, ihren Verwandten, abtreten und nur den 3ten Theil ihres Vermögens zurückbehalten. Wenn es aber auch an Verwandten fehlt, so sollen 2 Drittel den Aemtern zufallen, in welchen sie dienen, und sie (ebenfalls) nur den 3ten Theil für sich behalten. Geg am 29. Aug.361 unter dem Consulate des Taurus und Florentius.

Auth. de Sanct. episc. §. Sed neque curialem (Nov. CXXIII. e. 15.)

„Aber Wir erlauben auch nicht, dass ein Gerichts- oder „anderer Beamter Geistlicher werde, damit nicht hierdurch

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