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noch éin Grund hinzukommen müssen??) und ihr allein nicht geglaubt werden.

21. Derselbe K. an Julianus, Praef Praet.

Damit, wenn Jemand eine Urkunde oder ein andres Papier vorbringt und ihre Glaubwürdigkeit darthut, nachher aber die Person, wider welche solches Papier oder Document vorgebracht ist, dasselbe für falsch auszugeben sucht, nicht mehr gezweifelt werde, ob dem Vorbringenden zuzumuthen sei, dasselbe nochmals vorzubringen oder die schon dargethane Glaubwürdigkeit hinreiche, so verordnen Wir, dass, wenn etwas dergleichen vorfällt, Derjenige, welcher die nochmalige Vorlegung desselben Papiers verlangt, zuvor eidlich erhärten soll, dass er in dem Glauben, die Falschheit der vorgebrachten Urkunde erweisen zu können, diesen Antrag thue. Denn wie, wenn er, wissend, dass das Papier verloren oder vielleicht verbrannt, oder doch entstellt sei, sich stellte, als verlange er es, und wegen der Schwierigkeit der Vorlegung diesen Antrag machte? Und nachdem vom Ankläger oder Kläger dieser Eid geleistet und das Protocoll darüber bei dem competenten Richter niedergelegt ist, soll Derjenige, welcher das in Frage stehende Papier vorgebracht hat, verpflichtet sein, es nochmals bei dem Criminalrichter vorzulegen, damit vor demselben die Anschuldigung der Fälschung erörtert werden könne. Sagte er aber, es sei ihm unmöglich, dasselbe vorzuzeigen, weil es ihm durch Zufälle abhanden gekommen sei, so soll er eidlich versichern, dass er jenes Papier weder habe, noch einem Andern gegeben habe, noch dasselbe mit seinem Willen bei einem Andern sich befinde, er auch nicht hinterlistigerweise verhindert habe, dass solches zum Vorschein komme, sondern das Papier in der That, ohne alle Gefährde seinerseits, verloren und dessen Vorzeigung ihm unmöglich sei; und wenn er diesen Eid leistet, so soll ihm jene Verpflichtung erlassen sein. Wollte er aber solchen Eid nicht auf sich nehmen, so soll das Papier, als falsch, wider Den, gegen welchen es vorgebracht worden ist, nichts gelten, sondern gänzlich kraftlos sein. Denn weiter wollen Wir die Strafe gegen Die, welche nicht schwören, nicht erstrecken, da vielleicht Manche, durch zarte Scheu abgehalten, auch einen wahren Eid nicht leisten mögen. Solche Freiheit gestatten. Wir, so lange die Sache vor dem Richter verhandelt wird. Denn wenn dieselbe schon völlig beendigt, und weder durch Appellation aufgeschoben, noch die Fortdauer des Prozesses durch den üblichen Aufschub

72) Cap. 7. Nov. cit.

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zu erwarten ist”), so würde es zu hart sein, solchen Beschwerden Gehör zu geben, wodurch die Prozesse ins Unendliche verzögert und schon abgethane Dinge solchergestalt wieder aufgerührt würden, somit aber geschähe, was Unserer Absicht entgegen ist. Geg, d. 25. Febr., u. d. C. Lampadius u. Orestes, VV. CC. 22. D. K. Justinianus 7*). Wenn Jemand, gerichtlich aufgefordert, eine Urkunde, die nicht gegen ihn selbst, sondern gegen einen Andern lautet, wieder einem Andern aber nützt, herauszugeben, diese Herausgabe verweigert, weil er davon Nachtheil fürchtet, und dagegen Derjenige, welcher die Vorlegung des Papiers verlangt, behauptet, dass Jenem dadurch kein Schade geschehe, sondern derselbe entweder von den durch die Vorlegung der Urkunde zu überführenden Personen Geld genommen habe oder 75) einen andern Vorwand vorschütze, er selbst aber, wenn die Urkunde nicht vorgebracht würde, grossen Schaden leide, so befiehlt die Constitution, dass der Besitzer der Urkunde sie herausgeben soll, wenn ihm nicht durch die Vorlegung derselben Nachtheil bevorsteht. Falls ihm aber diese Vorlegung in der That schädlich ist, so soll er dazu nicht gezwungen werden, da es ihm nützlicher ist, die Urkunde zu verbergen, als sie bekannt zu machen. Dafern hingegen der die Urkunde Bedürfende behauptet, dass es ihm keinen Schaden bringe, so soll er blos schwören, dass er die Vorlegung der Urkunde deswegen verweigere, weil er glaube, davon Schaden an seinem eignen Vermögen erwarten zu müssen. Damit er aber unter dem Schaden an seinem Vermögen nicht Das verstehe, dass er nicht gewinnt, was ihm für Nichtherausgabe der Urkunde versprochen worden ist, so soll er einen genauern Eid leisten, und versichern, dass er nicht, weil er für die Nichtherausgabe des Papiers Geld oder etwas Anderes bekommen habe, noch weil ihm etwas zu geben versprochen worden, noch aus Furcht vor Dem, wider welchen die Urkunde gesucht wird, noch aus Freundschaft für denselben die Vorlegung des Papiers verweigert, sondern weil er dadurch an seinem eigenen Vermögen geradezu grossen Schaden leiden würde. Denn so wie Der, von welchem man glaubt, dass er die Wahrheit kenne, auch wider Willen zum Zeugnisse gezwungen wird, und weder weil ihm für Unterlassung desselben Geld versprochen ist, noch weil er wider seine Freunde zeugen soll, das Zeugniss

73) S. const. ult. de tempor. et repar. appell. 7. 63.

74) Griechisch, aus den Basiliken, also unglossirt. .

75) Der Gegensatz ist offenbar nicht richtig, der Text jedoch unverdächtig.

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verweigern darf, so kann auch Der, von welchem verlangt wird, eine Urkunde vorzulegen, weder weil er etwas bekommen hat oder zu bekommen hoffte, noch wegen Freundschaft mit Dem, welchem durch die Urkunde Nachtheil bevorsteht, die Vorlegung verweigern. Wenn aber Jemand schwört, dass er die gesuchte Urkunde nicht habe, so soll er auch durchaus nicht gezwungen werden, herauszugeben, was er nicht hat. Vermag er aber solchen Eid nicht zu leisten, so soll er schlechterdings angehalten werden, die gesuchte Urkunde herbeizuschaffen. Verbirgt er sich aber, weil er weder schwören, noch die Urkunde herausgeben will, so soll er allen Schaden, der dem die Urkunde Bedürfenden daraus entsteht, aus seinem Vermögen ersetzen. Eben dieses soll auch Statt finden in Betreff der Bücher der Geldwechsler, oder solcher, die von irgend Jemand anderm gehalten werden, wenn Jemand ihre Vorlegung nicht gegen die, welche dieselben gehalten haben, sondern gegen Jemand andern verlangt. Dieses soll aber nach dem Willen der Verordnung dann Statt finden, wenn der die Vorlegung der Urkunde oder der Bücher Verlangende und der angebliche Besitzer derselben und der Prozessrichter in derselben Stadt leben. Denn kein Besitzer von Urkunden darf gezwungen werden, sie an einen andern Ort zu senden, oder zum Nutzen eines Andern damit Gefahr zu laufen. Wenn jedoch Jemand auf die Vorlegung von Urkunden, die an einem andern Orte sich befinden, und deren Eintragung in die Acten bei dem Richter des Orts anträgt, damit er von denselben Gebrauch machen und in dem Gericht, wo er Prozess führt, sie benutzen könne, so hat es keine Schwierigkeiten, dass ihm die Urkunden in derselben Stadt, wo sie befindlich sind, vorgelegt und bekannt gemacht werden. Es sollen aber zur Vorlegung von Büchern oder Urkunden eben dieselben verpflichtet sein, die gegen Jemanden zu zeugen verbunden sind. Denn gegen die Personen, gegen welche Jemand nicht wider Willen zu zeugen braucht, gegen dieselben ist er auch Bücher, oder Urkunden, oder sonst etwas dergleichen herauszugeben nicht schuldig. Diejenigen nun, welche gegen gewisse Personen wider Willen zu zeugen nicht genöthigt sind, und Diejenigen, wider welche gewisse Personen zu zeugen genöthigt sind, sind aus den Gesetzen bekannt. Niemand kann übrigens [einen Andern] zur Herausgabe von Urkunden anderswo nöthigen, als in dem Gericht, wo der Prozess geführt wird, und muss dann die Vorlegung des Buchs oder der Urkunden auf Kosten dessen, der sie verlangt, geschehen. Auch muss die Vorzeigung derselben nur einmal Statt finden. Wenn aber nach einmal erfolgter Vorlegung der Urkunde der ihrer Bedürfende diese Vorlegung zum zweiten Male verlangt, und es

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dem Richter angemessen scheint, dass das Papier nochmals vorgelegt werde, Derjenige aber, der sie vorgelegt hat, die nochmalige Vorlegung verweigert und ablehnt, indem er sagt, das Papier sei verloren gegangen, oder es falle ihm sonst die Vorlegung schwer, so soll er dieses blos eidlich bestärken und weiter nicht zur Vorlegung angehalten werden. Solches Alles soll nicht nur in der Kaiserstadt, sondern auch im ganzen Staate gelten.

Zweiundzwanzigster Titel.

Plus valere, quod agitur, quam quod simulate - con cipit ur. (Dass das wirklich Verhandelte vor dem zum Schein Ausgesprochenen gilt.) 1. D. K. Valerianus u. Gallien us an Rufinus.

In Contracten muss man mehr auf die Wahrheit der Sache, als auf das Niedergeschriebene sehen.

2. D. K. Diocletianus u. Ma rimi a nus u. die Cäsar. - - an Sot e pia. Die zum Schein so, als ob nicht er selbst, sondern seine Gattin gekauft hätte, abgefassten Schriften können die Wahrheit der Sache nicht ändern. Es wird also die Frage über die Thatsache von dem Richter oder Statthalter der Provinz untersucht werden. Geg. d. 22. April u. d. C. d. Cäsar.

3. Dieselben K. u. die Cäsar. an Max im a.

^ Wenn einer Verpfändung wegen ein Kauf aufgesetzt worden ist, so wird nicht auf das Niedergeschriebene, sondern auf das wirklich Verabhandelte gesehen. Geg zu Sirmium, d. 1. Mai, u. d. C. d. Cäsar.

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Wenn Jemand hat niederschreiben lassen, dass ein Anderer Das verhandelt habe, was er selbst verhandelt hat, so gilt das Geschehene mehr als das Niedergeschriebene. Geg. d. 24. Nov. u. d. C. d. Cäsar., - -

5. Dieselben K. u. die Cäsar. an Victor.

Wenn er dir zugeredet hat, einen aufgesetzten falschen Kaufbrief, als einen Pachtbrief, den du anzufertigen ihm aufgetragen hattest, ohne vorgängige Durchlesung, sondern auf Treu und Glauben zu unterzeichnen, so gilt ohne allen Zweifel keiner der beiden Contracte, da bei jedem die Einwilligung eines der beiden Theile ermangelt. Geg. d. 20. December, u. d. C. d.-Cäsar.

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Dasjenige, was durch überlegene Gewalt entrissen wird, pflegt nicht Denjenigen, welchen Sachen geliehen worden, zur Last gerechnet zu werden. Da aber Derjenige, welcher dich bat, ihm einen Ochsen zu leihen, deiner Angabe nach, in Hinsicht auf einen feindlichen Einfall die Gefahr des Verlustes und den künftigen zufälligen Schaden übernommen hat, so wird der Statthalter der Provinz, wenn du erweisest, dass er dir Entschädigung versprochen habe, ihn anhalten, die Uebereinkunft zu erfüllen. Geg. d. 26. Mai, u. d. C. d. K.

2. Dieselben K. an Au liz a nus.

Da die Redlichkeit verlangt, dass Der, welcher eine Sclavin zu zeitwierigem Dienste erhalten hat, sie zurückgebe, so musst du folglich an den Statthalter der Provinz dich wen- den und beweisen, dass dein Schwiegervater die Sclavin zu solchem Behuf übergeben habe, damit Der, wider welchen deine Bittschrift gerichtet ist, sein Wort zu halten genöthigt werde. Geg. d. 4. Nov., u. d. C. d. K.

3. Dieselben K. an Soteria. Wegen Rückgabe der Sachen, die du deinem Ehemann zur Verpfändung für sich gegeben hattest, kannst du, nachdem die Schuld getilgt ist, die Leihklage auch gegen seine Erben anstellen. Geg. zu Sirmium, d. 11. April, u. d. C. d. K. 4. Dieselben K. u. die Cäsar. an F austina. Unter dem Vorwande einer Schuld 7°) kann die Zurück

gabe einer geliehenen Sache nicht mit Beifall des Rechts verweigert werden. Geg. d 20. Nov., u. d. C. d. K.

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I. D. K. Severus u. Anton in us an Metrodorus.

- Die vom Pfande erhobenen Früchte werden auf die Schuld abgerechnet, und reichen sie für die ganze Schuld aus, so fällt die Klage 77) weg und das Pfand wird zurückge

76) Der Gegenforderung einer fungibeln Sache.
77) Die Klage aus der Schuldforderung

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