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erste Käufer verkauft hatte, dich freigelassen habe. Daher wird der competente Richter gegen Den, welcher deiner Angabe nach anwesend ist, die Untersuchung eröffnen, und wenn die Anklage in der Wahrheit beruhet, solch entsetzliches Verbrechen zu Anderer Beispiel mit dem Tode bestrafen. Bevor du aber deine Behauptungen nicht bewiesen hast, ist dein persönlicher Rechtszustand so anzusehen, wie er nach der Freilassung sich befindet.

5. Derselbe K. an Seraphianus.

Wer von seinem Herrn verkauft wird, um aus seiner Stadt ausgeführt zu werden, der darf auch nicht in der Stadt Rom sich aufhalten; wer aus einer gewissen Provinz ausgeführt werden sollte, nicht in Italien. Wenn du also beweisen kannst, dass wider die ausgemachte Kaufsbedingung gehandelt worden, so gebrauche dich des Rechts, was dir des

halb zusteht.

Sechsundfunfzigster Titel.

Si mancipium ita ve nie rit, ne prostitu atur.

(Wenn ein Sclave mit der Bedingung, nicht Preis gegeben zu - werden, verkauft worden ist.)

1. D. K. Alex an der an Socrates.

Der Präfect der Stadt wird, wenn eine Sclavin mit der Bedingung, sie, wenn sie zur Wollust Preis gegeben würde, wegholen zu dürfen, verkauft worden ist, Demjenigen, dem dies nach der Verordnung des K. Hadrianus zusteht, gestatten, sie wegzuholen. Findet der Richter, dass derselbe gegen die Bedingung, die er selbst ausgemacht, geduldig zugesehen habe, dass das Weib zu schändlichem Gewinn benutzt wurde, so kommt ihr nach der Auslegung desselben Fürsten die Freiheit zu, und er wird sie also vor den Prätor bringen lassen, der in Freiheitssachen die Gerichtsbarkeit hat, damit der Prozess dort verhandelt werde. Denn der Inhalt der einmal ausgemachten Kaufsbedingung wird dadurch nicht gehoben, dass das Eigenthum durch mehrere Käufer an den ersten, der das Weib Preis gegeben hat, ohne dieselbe Bedingung übergegangen ist. 2. Derselbe K. an Severus, Praef Praet.

Das Weib, welches nach deiner Angabe unter der Bedingung, nicht Preis gegeben zu werden, oder wenn dies geschähe, frei zu sein, verkauft worden ist, muss von der Militairbehörde vor das Tribunal gestellt werden, damit, wenn über den Vertrag – nach welchem jedoch, wenn er gegrün

det ist, dem Weibe bei Eintritt der Bedingung die Freiheit gebührt – Streit obwaltet, die Sache vor Demjenigen, der darüber zu erkennen hat, verhandelt werde. Diese Bedingung gilt aber, wenn sie auch in der Kaufurkunde nicht enthalten ist, und durch einen Brief oder auch mündlich ausgemacht worden wäre.

3. Derselbe K. an Aurelius.

Ein Weib, das unter der Bedingung verkauft worden ist, nicht für Geld zur Wollust gebraucht zu werden, darf auch nicht in einer Schenke unter dem Vorwande des Bedienens Preis gegeben werden, damit nicht die ausgemachte Bedingung

umgangen werde.

Siebenundfunfzigster Titel.

Si mancipium ita fuerit alien atum, ut man umit tatur, vel contra.

(Wenn ein Sclave unter der Bedingung veräussert worden ist, dass er freigelassen werde, oder umgekehrt.)

1. D. K. Alex an der an Patricensis,

Wenn Patroclus dich der Hermia mit der Bedingung geschenkt hat, dass du nach funfzehnjährigem ununterbrochenen Sclavendienst die Freiheit bekommen solltest, so dass du nach Ablauf dieser Zeit Römischer civis wärest, und nicht etwa seine Willensmeinung geändert hat, oder auch, wenn er schon gestorben war, so bist du zur Freiheit gelangt, weil angenommen ist, dass nicht nur bei verkauften, sondern auch bei verschenkten [Sclaven die Bedingung, sie freizulassen, Statt finde. Es konnte auch Patroclus, nachdem er das Eigenthum an dir einmal auf Hermia übertragen hatte, dich nachher nicht an einen Andern verkaufen, und so brauchtest du also nicht auf die Freilassung, die du nach der Verabredung schon erlangt hattest, zu klagen, sondern die erhaltene Freiheit zu vertheidigen.

2. Derselbe K. an Eut ychianus den Freigelassenen.

Wenn Orestes seinen Sclaven, der sein natürlicher Sohn war, mit der Bedingung verkauft hat, dass der Käufer ihn freilassen sollte, so ist er, wenn er gleich nicht freigelassen worden, nach der Verordnung der Kaiser Marcus und ComInodus an Aufidius Victorinus, dennoch frei.

3. Derselbe K. an Fulginius.

Wenn Justa - dem Saturninus ein Mädchen, Namens Firma, damals im siebenten Jahre stehend, mit der Bedingung ver

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662 CoDEx. L. v. Tit. 57. si mancipium ita fuerit alienatum, etc.

kauft hat, dass sie mit erreichtem fünfundzwanzigsten Jahre frei sein sollte, so ist, wenn gleich die Thathandlung der Freilassung durch den Käufer in dem Vertrage nicht erwähnt worden, doch die in den semestribus”) enthaltene Verordnung der Kaiser Marcus und Commodus anwendbar; daher ist Firma mit erfülltem fünfundzwanzigsten Jahre frei worden, und es schadet ihr nicht, dass sie im siebenundzwanzigsten freigelassen worden ist, indem sie nach der Verordnung schon frei war, und das Kind, welches sie von dir empfangen und nach dem fünfundzwanzigsten Jahre geboren hat, ist freigeboren.

4. D. K. Gordian us an Jo cun da.

Wenn Der, welcher für dich den Kaufpreis empfangen hatte, damit er dir zu einer bestimmten Zeit die Freiheit geben sollte, die versprochene Freilassung verzögert, so bist du offenbar von der Zeit an frei geworden, wo dir die Freiheit gegeben werden konnte und nicht gegeben worden ist, und daher ist es ganz und gar nicht ungewiss, dass die von dir gebornen Kinder als Freigeborne erzeugt sind.

5. Derselbe K. an Martinus.

Sclaven, die unter der Bedingung verkauft worden sind, dass sie nicht freigelassen, werden sollten, können auch durch Freilassung die Freiheit nicht erlangen. Denn die auf der Person haftende Bedingung kann durch Den, der dieselbe beim Kauf eingegangen ist, nicht geändert werden; doch ist auch kein gerechter Grund vorhanden, die etwa auf die Nichterfüllung der Bedingung gesetzte Strafe einzutreiben. Es lässt sich also nicht absehen, auf welche Weise Der, welcher jene Bedingung beim Verkauf gemacht hat, dich vor die Canzlei des Procurators [des Fiscus] sollte fordern können, da der Fiscus in Contracte der Privatleute sich nicht mischen soll, und der an dich geschriebene Brief den Fall, wenn du nicht selbst die Freilassung bewirkt haben würdest, nicht berührt.

6. D. K. Diocletian. u. Ma rimi an. u. die Cäsar. an Rufina.

Wenn du ein Mädchen unter der Bedingung verkauft hast, dass sie freigelassen werden sollte, und wenn dies nicht geschähe, hundert Goldstücke zu entrichten seien, so ist sie, wenn der Vertrag auch nicht gehalten worden, gleichwohl aus der Knechtschaft zur Freiheit gelangt, da diese ihr gewährt werden konnte; und auf das Geld wird nicht, wegen gebrochenen Versprechens, rechtmässig geklagt werden können, da

139) Semestres constitutiones oder consilia semestria. Vgl. Sueton. Octav. c. 35.

bei nicht verändertem Willen des Verkäufers mit allem Grund angenommen ist, dass der Eintritt der Bedingung nach der Handlung des Freilassers [vom Gesetz vertreten werde.

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Wenn Jemand nicht schlichter Weise, sondern in der Absicht des Betrugs dir ohne dein Wissen einen entlaufenen*9) oder sonst mit einem Mangel behafteten Sclaven verkauft hat, und derselbe [wieder entlaufen und abwesend ist, so wird der competente Richter, nach längst angenommenen Rechtsgrundsätzen, den Verkäufer dieses Sclaven nicht nur auf den Kaufschilling zu belangen gestatten, sondern auch die Vergü

tung des Schadens, den du durch ihn gelitten hast, anordnen.

2. D. K. Gordian us an Pent hilius.

Da du angiebst, dass ein Sclave, den du schon lange gekauft, nach Jahresfrist davongelaufen sei, so kann ich nicht absehen, aus welchem Grunde du deshalb den Verkäufer desselben zu belangen gedenkest. Denn dass die redhibitorische Klage auf die Frist von sechs Monaten, die auf Minderung der Kaufsumme aber auf ein Jahr eingeschränkt ist, ist bekannten Rechtens.

3. D. K. Dioclet ianus u. Ma rimian us an Muti an us.

Wenn nicht erwiesen wird, dass der Sclave bei dem vorigen Eigenthiimer entlaufen sei, so trifft, wenn er nach dem Verkaufe entläuft, der Schade den Käufer. Hat aber der Verkäufer auch für die Zukunft leichtsinniger Weise gut dafür gesagt, dass der Sclave nicht fehlerhaft werden sollte, so ist es, obgleich dies unmöglich scheint, doch nicht zweifelhaft, dass im Gemässheit des vorhergegangenen oder unmittelbar gefolgten Vertrags geklagt werden könne. Denn die spätern Vor älle gereichen nicht dem Verkäufer, sondern dem Käufer zum Schaden. Da du aber angiebst, dass der Schave, den du gekauft hast, zu Dem zurückgekehrt sei, der ihn verkauft hatte, so wird der competente Richter nach Befinden des Sachverhältnisses sein Urtheil zu sprechen bedacht sein.

4. Dieselben K. an Falsus. Wenn Jemand ein Grundstück mit der Bedingung ge

140) D. i. zum Entlaufen geneigten.

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kauft hat, dass der Kauf, wenn es ihm missfiele, ungültig sein sollte, so geht solcher, als bedingt geschlossen, offenbar zurück und es findet gegen den Verkäufer die redhibitorische Klage (Wandlungsklage) Statt. Dasselbe gilt, wenn ein gifttragendes Grundstück, d. h. worauf giftige oder todtbringende Kräuter wachsen, ohne dass der Käufer hierum gewusst, verkauft worden ist; denn es ist gewiss, dass auch in diesem Fall dasselbe vermöge eben dieser Klage zurückgenommen werden muss.

5. D. K. Valentini an u s, Theodosius u. Arcadius an Nebridius, Praef Urbi. Wenn der Contract guten Glaubens”) einmal geschlossen, der Sclave in Empfang genommen und der Kaufschilling bezahlt ist, so darf dem Käufer des Sclaven die Freiheit, den Kaufschilling zurückzufordern, nur dann gestattet werden, wenn er den Sclaven, von dem er sagt, dass er entlaufen sei, herausgeben kann. Denn dieses ist nicht blos bei ausländischen, sondern auch bei Sclaven aus den Provinzen von den Rechten vorgeschrieben. Geg. d. 29. Juni 386, u. d. C. d. K. Honorius u. Evodius.

Neunundfunfzigster Titel.

De monopoliis, et conventu negotiatorum illicito, vel artificio ergo laborum n e c non balne ator um prohibit is, et paction ibus illicit is. (Von Monopolien und unerlaubter Versammlung der Kaufleute, auch

verbotenen Ränken der Arbeitsunternehmer und Bader, und unerlaubten Verabredungen.)

1.

. . . . . an welchem Orte oder in welcher Stadt auch die Arbeiten seien, soll er sich keines Holzes oder [andern] Dinges bedienen, wenn er auch eine kaiserliche Schrift vorzeigte, mit Ausnahme der Tempel; noch soll er Bittgesuche beibringen oder hinzuzufügen sich unterfangen. Damit nämlich das so vortrefflicher und frommer Weise Beschlossene und Verordnete fest bleibe, so werden Wir weder den dermaligen Quästor, noch die andern Beamten des kaiserlichen Palastes, noch die Gegenschreiber, noch den Secundicerius und Tertiocerius der Tribunen, noch die dermaligen Referendare unbekannt mit der kaiserlichen Entschliessung lassen, dafern sie in der Folge dergleichen Bittgesuche annehmen oder einem solcher Leute ihre Mitwirkung gewähren wollten, es sei

141) Der Kaufcontract.

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