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aufsichtigt werden und dass jeder, welcher nicht in der gewissenhaftesten Erfüllung seiner gottesdienstlichen Pflichten erfunden wird, seines geistlichen Amtes entsetzt werde. Denn Die, welche hochheilige Kirchen zu ihrem oder dem allgemeinen Besten gründeten oder stifteten, haben denselben auch Güter angewiesen, mittelst welcher der heilige Gottesdienst verrichtet und damit in jenen Gott von andächtigen, hierzu angestellten Geistlichen verehrt werden soll. Auch gestatten. Wir es einem Jedem ohne Unterschied, welcher eine Vernachlässigung in dieser Art bemerkt hat, selbige anzuzeigen und bekannt zu machen. §. 11. Diese Unsere Verordnung soll aber mit Got. tes Hülfe zum Ziele geführt und ins Werk gesetzt, Die aber, welche gegen dieselbe, vorsätzlicher Weise, etwas unternommen haben, sollen zunächst mit der von Gott, Unserm Herrn, dann aber auch mit der in diesem Gesetze verhängten Strafe heimgesucht werden. Geg zu Constantinopel, am 1. März 528, unter dem 2ten Consulate des Kaisers Justinian.

43.

Derselbe Kaiser an den Epiphanius, Erzbischof zu Constantinopel und Patriarchen. Da Wir den hochheiligen Kirchen, in welchen nach Un

serer Ueberzeugung sowohl Unsere Regierung, als auch das allgemeine Beste mit Hülfe des allergnädigsten Gottes eine feste Stütze findet, ohne Unterlass Unsere Fürsorge widmen, da Wir uns für Unser Seelenheil und für das aller Uebrigen eifrigst bestreben, da Wir aus diesem Grunde ängstlich besorgt sind, dass die Vorrechte der hochheiligen Kirchen, ohne Rücksicht auf den Ort, an welchem sie sich befinden, auf keine Weise geschmälert oder die Ausübung derselben beim heiligen Gottesdienste durch die Abwesenheit der Gottgeliebten Bischöfe verhindert oder unzweckmässig bewirkt werde, und dass nicht das Vermögen der hochheiligen Kirchen entweder durch Reisekosten (überhaupt) oder durch die Ausgaben (insbesondere), welche die hierher reisenden Geistlichen oder ihre Begleiter verursachen, aufgewendet werde, woraus denn auch häufig die Nothwendigkeit entsteht, Gelder aufborgen zu müssen, und hierdurch wieder den hochheiligen Kirchen eine Last aufgebürdet wird, und damit endlich die Verwaltung der geistlichen Güter während der Abwesenheit der Gottgeliebten Bischöfe nicht unzweckmässig von Statten gehe, so haben Wir es für nöthig gehalten, gegenwärtigen Gesetzesbrief an Deine Heiligkeit zu erlassen. §. 1. Durch diesen verordnen. Wir nämlich, allen heiligen Bischöfen, welche in den einzelnen Provinzen den verschiedenen Erzbischöfen unterworfen sind, bekannt zu machen, dass, weil es keinem derselben oder derer,

welche in den Städten anderer Provinzen dem Erzbischof unterworfen sind, geziemt, die hochheiligen Kirchen, welchen sie vorstehen, aus eignem Willen und ohne Unsere besondere, kaiserliche Erlaubniss zu verlassen, und, es sei aus welchem Grunde es wolle, sich in diese berühmte Stadt zu begeben, sie vielmehr einen oder zwei der ihnen untergebenen Geistlichen an Uns absenden und Unserer Hoheit entweder durch diese selbst oder auch durch Deine Heiligkeit ihre Bedürfnisse anzeigen, dann aber auch sich Unseres gerechtesten und schnellsten Beistandes versichert halten sollen. Denn wenn etwas von Dem, was Uns dann berichtet worden, die Gegenwart der Gottgeliebten Bischöfe selbst erheischen sollte, so werden Wir ihnen selbst die Herreise anbefehlen, aber ohne diesen kaiserlichen Befehl darf Niemand seinen Wohnort verlassen. §. 2. Der Uebertreter dieses Gesetzes mag aber wissen, dass ihn, weil er eine so gerechte und wohlthätige, zu Gunsten der hochheiligen Kirchen von Uns getroffene Einrichtung vernachlässigt hat, keine geringe Verachtung treffen wird, sondern dass er von der Gemeinschaft der Kirche, entweder wenn er ein Erzbischof ist, durch Deine Heiligkeit, wenn er aber ein dem Erzbischof unterworfener Ortsbischof ist, durch den Erzbischof ausgeschlossen werden soll. Denn eine Geldstrafe haben Wir gegen die Uebertreter Unsers Kaiserlichen Gesetzes deshalb nicht für nöthig gehalten, damit nicht der Schade, der daraus entstehen würde, die hochheiligen Kirchen selbst treffen möchte, deren Eigenthum durchaus keiner Schmälerung

unterworfen sein soll. §. 3. Dieses Alles wird Deine Hei

ligkeit zur Kenntniss der einzelnen, Ihr untergebenen, Gottgeliebten Erzbischöfe zu bringen wissen und Unserer Hoheit die von einem Jeden ertheilten Antworten, entweder durch die Erzbischöfe oder durch die Gottgeliebten Bischöfe der übrigen Städte in den einzelnen Provinzen, und Das, was sie über diese Angelegenheit erfahren haben, anzeigen. Geg. zu Constantinopel, am 20. Febr, 528, unter dem 2ten Consulate des Kaisers Justinian.

44.
Derselbe Kaiser an den Menna, Praef. Praet.

Indem Wir für die Würde der hochheiligen Kirchen und der andächtigen Klöster sorgen, untersagen. Wir es allen Klosterbewohnern, mit denen des andern Geschlechtes zu verkehren, oder irgend eine Gelegenheit zu suchen, bei welcher sie mit denselben Gemeinschaft haben könnten, (denn dies führt auf den gerechten Verdacht, dass sie häufig, oder, wenn es ihnen beliebe, mit denselben zusammenkommen möchten) und verordnen vielmehr, dass beiderlei Personen gegenseitig durchaus keine Gemeinschaft aus irgend einer Ursache haben, noch Gelegenheit suchen sollen, bei einander zu verweilen, weshalb denn in jedem Kloster die Männer von den benachbarten Nonnen auf alle Weise abgesondert leben müssen, die Frauen aber auch keinen Verkehr mit den Männern haben dürfen, damit jedem Verdachte eines unanständigen Umganges vollständig begegnet werde. Wenn aber die Männer die Mehrzahl ausmachen sollten, so müssen die Bischöfe der einzelnen Städte dafür sorgen, dass den Frauen ein anderer, passender Ort angewiesen und ihnen ein (besonderes) Kloster eingeräumt werde, wo sie künftighin unter sich allein anständig leben können; wenn jedoch die Frauen die grössere, oder wenigstens die gleiche Anzahl ausmachen, so sollen die Männer ein anderes Kloster angewiesen bekommen, die Frauen aber in dem ihrigen verbleiben, jedoch dergestalt, dass die unbeweglichen, beweglichen und sich selbst bewegenden Gegenstände dieses Klosters zwischen den Abgehenden und Zurückbleibenden zur Hälfte getheilt werden. Zur nöthigen Berathung der unter sich abgesondert lebenden Frauen soll aber der Gottgeliebte Bischof des Ortes einen Greis anstellen, und zur Verrichtung des heiligen Gottesdienstes und der Darreichung des heiligen Abendmahls zwei Priester und einen Diaconus von untadelhaftem Lebenswandel, welche nur das oben Erwähnte zu verrichten haben, aber (mit jenen Frauen) weder zusammen essen, noch sonst beisammen sein, noch wohnen dürfen. Wenn nun dieses beobachtet wird, so werden Die, welche sich dem Kloster geweihet haben, ein glückliches Leben führen und unserm gemeinsamen Heile einen um so kräftigern Beistand von dem allergnädigsten Gott erflehen. Das ist es also, was Wir auch gegenwärtig für das gemeine Beste als vortheilhaft betrachten, auch haben Wir geglaubt, demselben durch diese Unsere Constitution keinen geringen Vorschub zu verschaffen. § 1. Damit aber auch dies Alles gehörig beobachtet werde, bedarf es der grössten Aufmerksamkeit und Vorsicht. Diese kann aber nicht anders gezeigt werden, als wenn die Gottgeliebten Bischöfe jedes Ortes über die Aufführung der ihnen untergebenen Mönche genaue Aufsicht führen, wenn sie einen Fehltritt bemerken, denselben gleich im Beginnen zu hindern

suchen, Diejenigen, welche trotz Unserm Verbote noch der

gleichen begehen, bestrafen, und sie dazu anhalten, dass ihre

Versammlungen rein und von allem weiblichen Umgange fern

bleiben. Denn den Gottgeliebten Bischöfen muss es, wenn sie die Sache richtig beurtheilen wollen, selbst einleuchten, dass, wenn die andächtigen Mönche diese anständige Lebensweise beobachten und unter ihnen nichts Unziemliches und Sittenloses vorkommt, der milde und gnädige Gott dem gemeinen Besten Unsers Reiches zur Seite stehen wird. §. 2. Damit aber auch die Gottgeliebten Bischöfe dieses Unser Gebot nicht für überflüssig halten, so thun Wir ihnen zu wissen, dass, wenn einer von ihnen erweislich nicht mit aller Aufmerksamkeit dergleichen Handlungen untersucht und einen begangenen Fehltritt nicht auf die oben beschriebene Weise bestraft hat, er nicht nur der Strafe Gottes, Unseres Herrn, sondern auch der Rache Unserer Gesetze anheimfallen, ja sogar Gefahr laufen soll, sein geistliches Amt zu verlieren, weshalb es denn einer härteren Strafe nicht bedürfen wird. §. 3. Du wirst nun dieses Unser kaiserliches Gesetz allen Gottgeliebten Bischöfen der Hauptstädte und den hohen Statthaltern der Provinzen mit dem Bedeuten bekannt machen, dass auch sie selbst, wo nöthig, den andächtigen Ortsbischöfen zu Bestrafung solcher Verbrechen, welche Wir verhindern wollen, alle mögliche Hilfe zu leisten haben. Sollten sie aber bemerken, dass sich die Letzteren eine Nachlässigkeit zu Schulden kommen liessen, so mögen sie Uns dieselbe nach ihrem Ermessen anzeigen, damit Alle es unbedingt erkennen, was sie zu beobachten haben, und welche festgesetzte Strafe die Nachlässigen erwartet. Es mögen jedoch die Gottgeliebten Erzbischöfe auch den übrigen hochwürdigen Ortsbischöfen ihrer Provinz dieses Unser kaiserliches Gesetz bekannt machen und sie bedeuten, dass sie demselben treueifrig folgen, oder der festgesetzten Strafe gewärtig sein sollen. §. 4. Und damit die pünktliche Befolgung dieses Unsers kaiserlichen Gesetzes kein Hinderniss erfahre, und die hochwürdigen Mönche, welche zur Zeit noch mit den Nonnen in einem Gebäude vereinigt sind, nicht glauben mögen, dass ihnen eine zu kurze Zeit zu der ihnen anbefohlenen, pflichtschuldigen Entfernung bewilligt worden sei, so bestimmen Wir ihnen eine Jahresfrist, von dem Tage an, zu welchem ihnen. Unser Gesetz bekannt geworden ist, so dass, . wenn nach Verfluss dieses Jahres das frühere Beisammenleben noch immer stattfindet, die in Unserm Gesetze angedroheten Strafen unausbleiblich eintreten werden. Geg zu Constantinopel, am 18. Jan. 529, unter dem Consulate des Decius.

45. - Derselbe Kaiser an den Juli an us, „Praef Praet. Obwohl die Schlüsse der heiligen Kirchenversammlungen weder den Gottgeliebten Priestern, noch den ehrwürdigen Diaconen und Subdiaconen nach der ihnen ertheilten Ordination eine Verheirathung erlauben, sondern dies blos den ehrwürdigen Cantoren und Lectoren gestatten, so haben Wir dennoch in Erfahrung gebracht, dass einige Verächter dieser heiligen Schlüsse Kinder mit gewissen Frauenzimmern erzeugt haben, mit welchen sie sich nach den den Geistlichen vorgeschriebenen Gesetzen nicht verbinden durften. Da nun die Strafe dieses Verbrechens blos in dem Verluste des priesterlichen Amtes bestand, die Schlüsse der heiligen Kirchenversammlungen aber nach Vorschrift Unserer Gesetze diesen gleich gelten sollen, so verordnen. Wir, dass bei dergleichen Verbrechen Dasjenige, was durch jene heiligen Beschlüsse festgesetzt worden, ganz so eintrete, als wenn es durch weltliche Gesetze vorgeschrieben wäre und alle solche Personen des priesterlichen und geistlichen Amtes entsetzt werden, und der Würde, die sie erlangt haben, verlustig gehen sollen. Denn gleich wie solche Verbrechen nach den heiligen Concilienbeschlüssen verboten sind, so soll dasselbe auch nach Unsern Gesetzen stattfinden, und ausser der oben erwähnten Strafe der Absetzung vom geistlichen Amte sollen nicht einmal die Kinder, welche aus einer so unerlaubten Verbindung erzeugt werden, oder erzeugt worden sind, als eigne und eheliche betrachtet werden, sondern sie sollen die Nachtheile der unehelichen Geburt empfinden, denn Wir befehlen, dass dieselben denen gleich geachtet werden, welché, wie sich die Gesetze ausdrücken, aus blutschänderischer oder sonst lasterhafter Ehe erzeugt sind, keinesweges aber denen, welche aus dem Concubinate oder einer Verbindung hervorgegangen sind, die zwischen zwei ledigen Personen verschiedenen Geschlechtes stattgefunden, sondern dass sie gänzlich und von allen Seiten beschränkt, der Erbfolge in die Güter ihrer Väter verlustig gehen, und weder sie selbst, noch ihre Mütter eine Schenkung, auch nicht durch Mittelspersonen, von denselben erwerben dürfen, vielmehr alle Vortheile, welche ihnen die Väter zugewendet haben, der heiligen Kirche, in welcher die letztern, die sich jenes Verbrechens schuldig gemacht, angestellt gewesen sind, zufallen sollen; denn was die heiligen Concilienschlüsse verbieten, untersagen auch Wir durch Unsere eignen Gesetze. Wenn aber eine Schuldverschreibung wegen eines Darlehns oder eines andern Contractes ausgestellt worden wäre, durch welche sich Derjenige verbindlich gemacht, der des oben genannten Verbrechens schuldig ist, so soll auch diese ungültig sein und eine solche Schenkung nicht denjenigen Personen zu Gute kommen, auf welche sie lautet, sondern der hochheiligen Kirche zufallen. "Geg. zu Constantinopel, am 18. Oct. 530, unter dem Consulate des Lampadius und Orestes.

46.

Derselbe Kaiser an den Julianus, Praef Praet.
Wir befehlen, dass, wenn Jemand auf den Todesfall ent-

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