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Wir Joseph der Andere, von Gottes

Gnaden erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien und zu Jerusalem König, Mitregent und Erbthron-1 folger der Königreiche Hungarn, Boheim, Dalmatien, Croatien und Sclavonien, Erzherzog zu Desterreich, Herzog zu Burgund und Lothringen, Groß- Herzog zu Toscana, Groß-Fürst zu Siebenbürgen, Herzog zu Mayland, Bar, 2c. 2c. gefürsteter Graf zu Habsburg, Flandern und Tyrol 2c. 2.

Bekennen öffentlich mit diesem Brief, und thun kund Allermänniglich, daß uns Unser und des Reichs lieber Getreuer, Johann Carl Bohn, Buchhändler in Hamburg, in Unterthänigkeit zn vernehmen gegeben, wasmaßen das ihm Supplicanten von Unserm Herrn Vater und nächsten Vorfahren ant Reich Franz dem ersten glorreichsten Andenkens über Fries derich Hagedorns sämmtliche Poetische Werke, sowohl mit als ohne Kupfer, in Octav unterm neunzehnten Novembris fiebenzehnhundert sechs und funfzig gnädigst ertheilte Privilegium imprefforium zu erspiriren beginne und Uns das hero allerunterthänigst gebethen, Wir sothanes Privile. gium renoviren, und auf weitere zehn Jahr, jedoch a lapfu priorum ertendiren zu laffen, gnädigst geruhen mögten. Wenn Wir nun mildest angesehen solch des Sup plicantens demüthigste ziemliche Bitte; Als haben Wir ihme, Bohn, feinen Erben und Nachkommen die Gnade ges than und Freyheit gegeben: Thun solches auch hiermit wiss fentlich in Kraft dieses Briefes, also und dergestalten, daß er, Johann Carl Bohn, seine Erben und Nachkommen, obbesagte Friederich Hagedorns sämmtliche Poetische Werke, sowohl mit als ohne Kupfer, in Octav ferner in offenen Druck auflegen, ausgehen, hin und wieder ausgeben, feil haben und verkaufen lassen mögen, auch ihnen solche nies mand ohne ihren Consens, Wissen oder Willen, innerhalb zehen Jahre von Verlaufe des vorigen anzurechnen, im heiligen Römischen Reich, weder mit noch ohne Kupfer, weder unter diesem noch anderm Titel, weder ganz noch Extract weise, weder in grösserm noch kleinerm For

mat nachdrucken und verkaufen solles Und gebieten darauf Unsern und des heiligen Reichs Unterthanen und Getreuen, insonderheit aber allen Buchdruckern, Buchführern, Buchbindern und Buchhändlern, bey Vermeidung einer Poen von fünf Mark löthigen Goldes, die ein jeder, so oft er freventlich hierwieder thåte, Uns halb in unsere Kaiserliche Cams mer, und den andern halben Theil mehrbesagtem Bohn, oder seinen Erben und Nachkommen unnachläßlich zu be= zahlen, verfallen seyn solle, hiemit ernstlich, und wollen, daß ihr, noch einiger aus euch selbst, oder jemand von. Euertwegen, obangeregte Friederich Hagedorns sämmtfiche Poetische Werke, sowohl mit als ohne Kupfer, ins nerhalb denen fernern bestimmten zehen Jahren,obverstandener maßen, nicht nachdrucket, diftrahiret, feil habet, umtraget oder verkaufet, noch auch solches andern zu thun gestattet, in keinerley Weise noch Wege, alles bey Vermei dung Unserer Kaiserlichen Ungnade und obbestimmter Pœn der fünf Mark löthigen Goldes, auch Verlierung desselben euren Drucks, den vielgemeldter Bohn, oder seine Erben. und Nachkommen, oder deren Befehlshaber, mit Hülfe und Zuthun eines jeden Orts Obrigkeit, wo sie dergleichen bey euch und einem jeden finden werden, also gleich aus eigener Gewalt, ohne Verhinderung månnigliches, zu sich nehmen und damit nach ihrem Gefallen handeln und thun mögen. Hingegen soll er, Bohn, schuldig und verbunden feyn, bey Berlust dieser Kaiserlichen Freyheit, die gewöhn lichen fünf Exemplaria ju Unserm Kaiserlichen Reichs- Hof rath zu liefern, und dieses Privilegium andern zur Nachricht und Warnung dem Werke voran drucken zu lassen. Mit Urkund dieses Briefs besiegelt mit Unserm Kaiserl. aufgedruckten Secret - Insiegel, der geben ist zu Wien den ersten Septembris, Anno siebenzehn hundert sechs und sechzig, Unsers Reichs im dritten.

Joseph, mppr.

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(L. S.)

Vt R. Graf Colloredo. imppr.

Ad Mandatum Sac. Cæf. Majeftatis proprium.
Johann Georg Reizer.

des Verlegers.

Sdiefer

Ich würde es für überflüssig halten, von dieser neuen und vollständigen Ausgabe der sämmtlichen Werke des seligen Herrn von Hagedorn, welche in dreyen Theilen crscheis net, ein Wort zu sagen, wenn es nicht meis ne Schuldigkeit wäre, die Welt zu versichern, daß solche auf dessen ausdrücklichen Willen veranstaltet worden. Er hatte seine Gedichte selbst auf das genaueste durchgesehen, an manchen Stellen verbessert, und mit einigen neuen Gedichten und Zusäßen vermehret. Ich bin mei. nem Versprechen, sie also ohne die allergeringste weitere Aenderung herauszugeben, mit der åussersten Gewissenhaftigkeit gefolget, wie ich sol ches Jedermann mit seiner eigenen Hand bes weisen kann.

Seinem Freunde, unserm Herrn Carpfer, haben wir das wohlgetroffene Bildniß zu dan

аз

ken,

ken, welches man ebenfalls, um nichts von der Aehnlichkeit zu verlieren, unverändert gelassen hat. Auch in dieser kleinern Ausgabe hat man dafür gesorget, daß der Abdruck mit aller Richtigkeit geschehen möge; wie man denn gewiß versichert seyn kann, daß darinnen keines von allen denen Stücken fehlet, die man in der größern antrifft. Sowohl die Hochachtung, welche man der Welt schuldig ist, hat mir diese Verbindlichkeit aufgeleget, als auch die mehr als väterliche Freundschaft, deren mich der selige Herr von Hagedorn würdigte, und deren ich mich nie ohne die zårteste Wehmuth erinnere; eine Freundschaft, die mich in ihm den Menschenfreund so sehr schägen lehrete, als die Welt den Dichter in ihm ewig bewun= dern wird. Geschrieben zu Hamburg im

März 1757,

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