Imágenes de páginas
PDF
EPUB
[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][graphic][subsumed][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small]
[ocr errors][merged small]

Es hätte meinem bruder zugestanden an der spitze wünschenswerthen duszeren gleichförmigkeit abbruch dieses bandes, dessen grösztes stilck von ihm herrührt, geschah; jetzt aber möchte ich nicht, dasz er anders den blick rückwärts zu wenden und sich über mehr als verfahren wäre, weil mir auch in solchen nebensachen einen der hier die vielseitigste erwägung sordernden seine ganze eigenthümlichkeit rührend entgegentrilt. gegenstände mit aufmerksamer anmut, wie sie ihm das publicum wird uns beiden diese ungleichheit vereigen war, auszusprechen. trauernd um seinen hin- zeihen und sie leicht ertragen, ich will hier näher dargang musz ich es sein, der wieder vortritt und das wort auf eingehen. ergreist, seines talents und seiner ratschläge, sowie Er hat viele der gebrauchten abkürzungen wieder überhaupt seiner edeln mithülfe geht die fortsetzung aufgelöst und nicht wenige anführungen voller ausgedes werkes nun für immer verlustig.

hoben, wodurch der eindruck allerdings anschaulicher Er arbeitete langsam und leise, aber rein und sauber; / wird ; doch bleibt zu bedenken, dasz diese einrichtung, wenn sein verspäten einigemal gefahr brachte und die wenn sie für das ganze werk beibehalten werden sollle, geduld der leser auf die probe stellte, so werden sie sich bedeutenden raum mehr kosten würde, auf dessen ernachher an der feinen abgrenzung und ausführung alles sparung um vieler ursachen willen jedes wörlerbuch dessen, was er lieferte, erfreut haben. in milder, gefal- | bedacht zu nehmen hat. man darf da, wo auch die gelender darstellung war er mir, wo wir elwas zusammen drängtere darstellung ihren werth erhält, sich nicht so thaten, stets überlegen.

gehen lassen wie in andern schriften. gehäuste kürzunAngemerkt zu werden verdient, dasz er mit dem gen können ekel erregen und ein buch unlesbar machen, buchstaben D, welchen er sich zuerst auserlesen hatte maszig verwandte dem überblick förderlich sein. (1, LXIV), genau und ohne dasz davon ein wörtchen fehlte Ich sehe nicht ein, und habe mich darüber schon auszu ende gelangt war, als ihn der tod wegnahm. seine gesprochen, warum in einem deutschen wörterbuche mühe krönte sich durch befriedigenden abschlusz. jene eins der leichtesten und natürlichsten mittel des verwahl war doch mehr zufällig als in irgend einer vorliebe ständnisses von der hand gewiesen werden solle, nembegründet, für ein wörterbuch fallen alle buchstaben | lich die anwendung des laleins oder überhaupt einer gleich schwer und selbst die leichter scheinenden er- fremden andern sprache. die worterklärung gewinnt heben allenthalben anstosz. im deutschen gewähren dadurch augenblicklich einen halt, den ihr ein auseindie vier flüssigen angenehmste arbeit, weil hier der laut andersetzen in der eignen sprache nicht so schnell gefeststeht und keine partikelzusammensetzungen vor- währt, und weitere deutungen können sich dann leicht kommen, wogegen bei den vocalen und stummen buch- anschlieszen. das lateinische wort soll den begrif staben ihre schwankende abstufung vielfach stört und weder von grund aus festigen noch erschüpfen, das anstrengt. Unsere S und W zeigen den gröszten um- bleibt der nachfolgenden erörterung und den belegstelfang, während im lateinischen, griechischen, slavischen len überlassen; aber es zieht schon an aus einer uns und auch im sanskrit, jener parlikelu wegen, P weit urverwandten, klaren sprache den oft nah entsprechenüberwiegt, das bei uns fast zurücktritt. es ist wahr, die den oder aus der ferne winkenden ausdruck vor augen endlose aufzählung der partikelfülle, auf die ich gleich zu haben. einem bloszen auf gewöhnliche definition nachher noch zu sprechen komme, ermüdet, führt aber hinauslaufenden handwörterbuch wäre die lateinische auch zu wichtigen schlüssen; in welchen theil des beigabe entbehrlich, einem ausführlichen gelehrten wortvorrats man immer greife, wird, nach überwund-wörterbuch wird sie wo nicht nothwendig, wenigstens ner erster scheu, man sich bald davon angezogen fühlen. sehr ersprieszlich. niemand erblickt in der bezeich

Mein bruder ist in einigen dingen, die ich verabredet nung des dreifachen geschlechts durch m. f. n. elwas glaubte und für die ich beim beginn unausweichlich einen pedantisches oder wüste eine gleichgute an deren stelle lon angeben muste, wieder abgewichen, sei es dasz er zu setzen; warum soll die in derselben sprache, aus sich eigner angewöhnungen nicht entschlagen konnte welcher diese abkürzungen geschöpft werden, erfoloder einer ihm zusagenden änderung den vorzug liesz. gende angabe der wortbedeutung verwerflich sein? es inir that dies leid, weil dadurch der in einem wörterbuch kommt hinzu, dasz unsere allen würlerbücher, Dasya PODIUS, Frisius, MAALER, Henisch, bis auf Stieler und der stelle und dem citat statt des puncts ein bloszes Frisch abwärts, wörter und phrasen lateinisch wieder- comma brauchten, wie z. b. bei ADELUNG geschieht. geben und dasz es daran liegen musz ihre oft treffend raum gespart wird weder durch das comma noch durch gewählten ausdrücke zu behalten und anzuführen, das unterbleiben jedes zeichens, weil man dann das gleich unentbehrlich bleibt die angabe der lateinischen letzte wort von dem anhebenden citat weiter abstehen pllanzen- und thiernamen, wie sie im system herge- läszt. jener misbrauch groszer buchstaben beeinträchbracht ist; ein groszer theil der auslegung würde also tigt aber deren auf eigennamen einzuschränkenden und unvermeidlich lateinisches aussehen gewinnen, wer alsdann rechten, nützlichen gebrauch. das wörterbuch sich darüber hinaus setzt, wie sollte er in der lateini- macht eine unmenge von citaten nöthig und darf auf schen erklärung überhaupt unerträgliche buntheit des jede kleinliche genauigkeit dabei dringen. vortrags finden ? ein historisches, etymologisches wör- Wichtiger sein mag eine andere lossagung von der terbuch kann nicht anders als viele sprachen nebenein- im wörterbuch sonst beachteten regel in bezug auf die ander verwenden. Unser deutsches Wörterbuch soll sich an das verbum hestenden partikeln, und hiervon ist nicht nur für Deutsche in engerm sinne sein, sondern etwas genauer zu reden. ursprünglich stehen alle parsich auch zu Scandinaven, Niederländern, Engländern, tikeln neben dem verbum los und ledig, doch schon im Franzosen und andern Welschen, zu Slaven, Ungern, sanskrit, im griechischen und lateinischen sehen wir Finnen erstrecken; diesen völkern allen oder den mei- viele zu gangbaren bestimmungen der bedeutung vorn sten ist mehr mit dem beigefügten lateinischen worte mit dem verbum verknüpft, ohne dasz sie sich wieder gedient als mit einer deutschverfaszten erklärung, wie von dieser stelle frei machen. auch die mehrzahl der uns ja selbst ein glossar der sanskritsprache oder der gothischen und lateinischen partikeln erscheint bereits finnischen, ungrischen, russischen, litauischen wenig in solcher lage meistens untrennbar, obgleich sich z. b. helfen würde, dem eine blosz esoterische zustände, zwischen goth. ga und das verbum andere wörter hingegen die exoterische lateinische oder französische, schieben und Plautus noch i prae für praei sagen kann. deutsche auslegung abgienge. sie unterdrücken heiszt merkwürdige und schöne eigenheit hochdeutscher demnach die verbreitung des wörterbuchs in das aus- mundart von der ältesten zeit bis auf heute bleibt es land hemmen oder mindern. Man kann endlich auch aber, dasz sie einer groszen zahl von partikeln neben aufstellen, dasz ein gutes wörterbuch nicht einmal auf dem verbum in genau bestimmter wortstellung ihre die gegenwärlige und nächste zeit beschränkt, sondern trennbarkeit bewahrt, sicherste probe liefert dann jebestimmt sein solle länger zu dauern, wie jene dictio- desmal der imperativ, welchem die partikel immer los nare von Dasypodius und MAALER nun schon jahrhun- nachfolgt, jenem i prae entspricht unser geh vor. ganz derte lang gebraucht werden; hätten sie nicht latei- untrennbarer partikeln zählen wir nhd. nur sechse: nisch, sondern deutsch erklärt, sie würden oft schon be, ent, er, ge, ver, zer; halbtrennbarer eben soviel : unbestimmt geworden sein, auf gleiche weise aber auch durch, hinter, über, um, unter, wider, d. h. nach verdie heutigen deutschen erklärungen, ohne die stütze schiedenheit der bedeutungen werden sie bald untrennder lateinischen einer fernen zukunft vielleicht nicht bar, bald trennbar. alle andern sind trennbar und die mehr ausgereicht haben. Aus allen diesen gründen war wortstellung bestimmt, ob sie sich vorhesten oder abes mir nicht recht das lateinische wort bei meinem bru- lösen. weggesehen von diesen aus der grammatik hinder oft zu vermissen.

länglich bekannten verhältnissen läszt sich nicht verIch war bestrebt in jedem artikel den unterschied kennen, dasz schon ahd. ein groszer trieb der partikelzu beobachten, dasz die fortlaufende reihe von belegen anfügung oder der zusammensetzung des verbums mit gleicher árt durch ein semicolon und erst, wenn sie zu parlikeln waltet, wie ein gleichartiger haft derselben ende gienge, durch den punct bezeichnet würde, weil partikeln an dem nomen zu erkennen gibt, jedwede zudaran zu liegen scheint, die aufmerksamkeit auf diese sammensetzung mit dem nomen wird aber unauflösbar. reihen und deren schlusz zu lenken. er liesz das semi- während wir in abgehen, hingehen, aufgehen noch colon weg und setzte überall puncle. Dagegen folgte trennbare partikeln dem verbum zugesellen, sind sie in er einer wahrscheinlich in England aufgebrachten, wie abgang, hingang, aufgang untrennbar geworden und mich dünkt, tadelhaften neuerung, den punct da, wo doch musz dem zusammengefügten nomen ein zusameine angeführte stelle aufhört, ganz zu unterdrücken, mengefügtes verbum vorangegangen sein, weil die nound das unmittelbar folgende citat mit einem groszen minalvorstellung wesentlich auf der verbalen beruht. buchstaben zu bezeichnen, gleichviel ob dieser ihm als ein ahd. apaganc abscessus, danatrip repudium, hinafart eigennamen zustehe oder nicht. dieselbe störende discessus, ein mhd. abelouf, dankêre abitus sind uns citierweise findet sich auch im mhd. wörterbuch ange- also bürge dafür, dasz damals schon ein näher vernommen. sie thut keinen schaden, wiewol sie ohine bundnes apagangan, danatripan, hinasaran, abeloufen, vortheil ist, sobald auf griechische stellen der latei- dankêren galten. diese neigung anzufügen hat im vernische name folgt, z. b. in Heinr. Jacobis comicae lauf der zeit noch zugenommen, wie wir romanische dictionis index, weil hier die verschiedenheit der schrist sprachen vergleichend leicht gewahren, z. b. dem freien genug sondert. wo dies aber nicht der fall ist, scheint it. andar via, volar via steht unser gebundnes weggehen, unnatürlich, dasz ein geschlossener salz seines puncts wegfliegen zur seite. entbehre und gleichsam in den unmittelbar darauf ge- Hat es nun damit die vorgetragne bewandtnis, so setzten namen fortgehe, wie sich zumal übel ausnimmt, leuchtet ein, dasz in dem wörterbuch solche zusamwenn das cilat mit einem das. = daselbst beginnt. es mensetzungen nicht zu übersehen, sondern hervorzuwar schon von übel, dasz einige zwischen dem schlusz heben sind. ich kann es nicht folgerichtig finden, dasz

[ocr errors][ocr errors]

alle mit durch gebundnen verba, neben sorgfältiger zeigt und keine von beiden durch neue entdeckungen unterscheidung ihrer trennbarkeit und untrennbarkeit

, bereichert haben. diese an folgerungen fruchtbare vereinzeln und alphabetisch eingetragen, die an den par- schiedenheit ist bisher noch nicht wie es sein sollte ertikeln dannen, dahin, daher, danieder, daran, darein kannt und entfaltet worden. es könnte aber scheinen, hastenden aber unter diesen partikeln verzeichnet und als wollte ich damit mein vermögen an das des geliebten abgehandelt werden. das heiszt grammatisch verfahren, bruders halten, da ich doch viel mehr auf die sache nicht lexicalisch. im lexicon will man alphabetisch auf- als auf die leute, viel weniger auf ihn als auf andere schlagen und zur stelle finden, was man sucht, gerade sehen würde, und sein verlust ist allzu frisch als dasz wie abgehen, annehmen, aufnehmen, eingehen, ein- | ich auszusprechen wagte, was ihn nur von ferne bedringen als selbständige wortbildungen, nicht unter rührte. gehen, nehmen, noch weniger unter an, auf, ein gesucht Noch habe ich dankbar die zu nennen, durch deren werden. bei daher sp. 679—684 sind sogar mehrere ansehnliche beiträge auch dieser band des wörterbuchs classen abgesondert, nach denen sich das wörterbuch gefördert wurde. Riedels unermüdende samlung hielt gar nicht richten kann, oder alle unter ab, an, auf, aus bis zu seinem tode an. Weigand hat die seltne krast eingestellten verba müsten sich auch aus ihrer reihe und den noch seltneren willen neben einer eignen trefreiszen und unter den betreffenden partikeln ausführen lichen arbeit auch die fremde liebgewonnene durch lassen. ohne zweifel haben grammatik und wörterbuch reiche beiträge zu unterstützen; von Menge laufen imihre eignen gesichtspuncte und wissen daraus beson- mer die reinlichsten, sichersten auszüge ein. nicht dere vortheile zu ziehen. Im verlaufe des werks und minder fleiszig und brauchbar sind die von K. Wolff in an rechter stelle sollen dem hier erörterten noch Stuttgart, Palm in Breslau, Crecelius in Elberfeld, Erk manche einzelne bestimmungen, vielleicht auch ein- in Berlin, Rüdel in Nürnberg, Seidemann in Eschdorf schränkungen zutreten.

empfangnen. Hedwig und ELEONORE Wallot, zwei An den hervorgehobnen, keineswegs bedeutsamen Mainzerinnen, jetzt in Heidelberg, haben ungemein unähnlichkeiten der behandlung würde der leser also- sorgfältige mittheilungen gemacht. über excerpt und gleich erkennen, wenn er es nicht ohnehin schon wüste, beitrag hinaus reicht die von Hildebrand fortwährend welchem von beiden verfassern jede einzelne stelle und vorzüglich dem buchstaben D erwiesene, auf volle beizulegen sei; aus mehrern bächen ist verschiednes befähigung zur milarbeit schlieszen lassende hülse. und doch meistens ähnliches gewässer in éinen flusz unter den im druck erschienenen neuen werken wäre zusammengeronnen.

vor allem Gutzeits wörterschatz der deutschen sprache Lust hätte ich wol, mich in betrachtungen über die Livlands zu erwähnen, welche ausgezeichnete arbeit natur und erfolge eines wörterbuchs tiefer versenkend, vorerst nur den buchstaben A und B zu statten kommt einen wesentlichen unterschied zwischen Sprachfor- und beträchtliche nachträge und ergänzungen für den schung und philologie geltend zu machen. denn es gibt ersten band gewährt. eine menge verdienstvoller, scharfsinniger philologen, Die fortsetzung des quellenverzeichnisses ist ledigdie für die hauptzwecke der sprachforschung, für gram- lich Hirzels güte und genauer einsicht selbst zu vermatik und etymologie, weder beruf noch geschick ge- | danken.

Berlin 6. februar 1860.

JACOB GRIMM.

« AnteriorContinuar »