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Die vorliegende Uebersezung der horazischen Episteln wünscht reindeutsch, wohllautend und wortgetreu zu sein. Eine wirkliche Vereinigung dieser drei Eigenschaften würde jedoch eine vollkommene Uebersezung geben, wie sie immer zu erstreben, aber nimmermehr zu erreichen ist, weil namentlich die erst- und drittgenannte Tugend in beständigem Conflict liegen und wechselseitige Zugeständnisse verlangen. Mein Grundsaz war demnach in allen vorkommenden Collisionsfällen, wenn ich auf allseitig befriedigende Weise zu helfen mich zu schwach fühlte, einer leicht verständlichen, reindeutschen Sprache nöthigenfalls den sprachlichen und rhythmischen Wohllaut, und dem Wohllaut die wörtliche Treue aufzuopfern; oder, um dieses Bekenntniss auf die Spize zu treiben: lieber incorrect und alles andere lieber als unnatürlich, steif, geschmacklos ! Ich wünsche demnach meiner Verdeutschung vor allem den Beifall eines gebildeten Lesers, sodann den eines metrischen Kunstrichters, und zulezt auch den eines gelehrten Philologen. Sie soll vor allem das sein, was man mit einem zweideutigen Lob „elegant“ und „populär“ nennt; und wenn sich der deutsche Text nicht liest wie das Werk eines deutschen Originaldichters, so ist mein Zweck verfehlt. Denn abweichend von Schleiermachers Ansichten wollte ich wo möglich so übersezen, wie Horaz gedichtet hätte, wenn er ein Deutscher gewesen wäre. Diess darf niemand eine anmassliche Hoffnung oder einen hohen Anspruch nennen; denn viele Uebersezer ersten Ranges verschmähen es

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