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Wiewohl sich der Zweck und die Art dieser
Bearbeitung der Horazischen Satiren auf jeder
Seite ausspricht, so scheinen doch einige Wor-
te hierüber als Vorerinnerung nicht überflüs-
sig, damit niemand diesen Commentar mit Er-
wartungen in die Hand nehme, die der Vers
fasser weder befriedigen konnte noch wollte.
Mein Zweck war, was ich mehrmals in aka-
demischen Vorlesungen über diese Gedichte
vorgetragen hatte, zusammengedrängt in der
zweckmässigsten Form einem grössern, jenen
Zuhörern an philologischer Bildung ähnlichen
Publikum mitzutheilen; jungen Männern also,
denen és Ernst ist, in das Alterthumsstudium
einzugehen, ein Buch zu liefern, welches mehr
als die gewöhnlichen .commentarii perpetui der

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letzten Decennien zu einer gründlichen Erklärung der alten Schriftsteller leiten und überhaupt den philologischen Sinn anregen und schärfen könnte. Ob dieser Zweck, von dem ich wissentlich nie abgewichen bin, die gewählte Behandlung rechtfertigen wird, weiss ich nicht; die Ausführlichkeit wenigstens wird er an vielen Stellen rechtfertigen, welche in einer förmlichen Ausgabe dieser Gedichte ein grosser Missstand seyn würde. . Denn viel Bekanntes ist hier nicht bloss angedeutet, sondern oft umständlich erläutert worden, dagegen eine Ausgabe, wie wir sie jetzt, nachdem ein Jahrhundert hindurch im Ganzen nichts Erhebliches für die Werke des Dichters geleistet ist, zu erwarten berechtigt sind, nur da Erläuterungen wird geben dürfen, wo der Sinn bisher streitig oder noch

war, und wo selbst der gelehrtere Leser Anstoss finden könnte; viel ist ferner gelegentlich über die Sprache angemerkt, nicht bloss, Bemerkung, zur Sicherung einer Lesart oder zur Begründung einer Erklärung nöthig schien. Dennoch sehe ich voraus, viele werden hier zu

ganz dunkel

wo die

WO

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viel, andre zu wenig Erläuterungen finden, und
ich gestehe gern, dass zu einer noch schärfern
Sichtung und Auswahl und einer überall be-
friedigenden Erläuterung mehr Urtheil und
mehr Gelehrsamkeit erfordert wurde, als ich
zu dieser Arbeit mitbrachte. Wird der Geist,
in welchem dieser Commentar gearbeitet ist,
als ächt philologisch erkannt, und hat sich die
Idee, die mir vorschwebte, im Ganzen klar
ausgedruckt, 80 kann ich mich über das Zu-
viel oder Zuwenig leicht damit trösten,

dass
schwerlich je ein erklärender Commentar über
irgend einen Schriftsteller erscheinen wird, der
die Forderungen jedes einzelnen Lesers selbst
aus dem Kreise, den der Verfasser zunächst
vor Augen hatte, auf eine gleichmässige Art
befriedigte. Andre Mängel und Fehler mögen
einsichtsvolle und wahrheitliebende Beurthei-
ler mit der Strenge und Schärfe rügen, wo-
durch auf einmal das Verkehrte und Falsche
vernichtet wird. Ungeachtet nun diese Arbeit
nicht für Gelehrte bestimmt ist und keineswe
ges die Commentare eines Lambin, Torrenz
und Bentley überflüssig machen soll, so

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