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namen des epos. In betracht kommen in erster linie Béowulf und Grendel, weniger treten Breca und sein geschlecht in den vordergrund. Die übrigen personen sind zum grossen teil dänische, gautische, schwedische fürsten oder prinzen, deren heimat auch aus anderen quellen bekannt ist, oder es sind nebenpersonen, oder doch solche, welche für die ältere geschichte der sage von keiner bedeutung sind. Aber die frage, welches volk dem helden und seinem feinde ihre namen gegeben hat, und was die namen bedeuten, ist natürlich eine hauptfrage der forschung.

Weder in bezug auf das eine noch auf das andere besteht auch nur die geringste einstimmigkeit. Eine sehr verbreitete ansicht stellt Grendel mit dem altn. veđra heiti grindill zusammen. Freilich lässt diese erklärung die schwierigkeit, welche der vocal bietet, ungelöst. Wenn sie richtig ist, weist sie nach Skandinavien als die heimat der Grendelsage; aber andere erklärungen sind vollständig gleichberechtigt. Jacob Grimms zusammenstellung des namens mit ahd. grintil, wobei er als ein analogon nhd. höllriegel als bezeichnung des teufels anführte, weist eher auf westgermanischen ursprung, obgleich auch das altn. grind "gitter” kennt; für die deutung der sage ist damit nichts anzufangen; die benennung "schliesser” belehrt uns über die natur des dämons in keiner weise. Von anderen erklärungen kommt vor allem die von Kögel Zschr. f. D. Alt. 37, 276 unter verweisung auf Mnl. Wdb. II, 2129, gegebene (grendel, schlange) in betracht, vgl. Binz, Beitr. 20, 157. Diese bedeutung des Wortes ist bloss auf westgermanischem boden belegt. Falls das wort zu grindan "knirschen, zischen" gehört, ist doch daran zu erinnern, dass das altn. vedra heiti grindill wol zu derselben wurzel zu stellen ist.

Der name des helden begegnet in ags. quellen in drei hauptformen: Béowulf, Béowa (daneben Béo(w)), Béaw. Wenn man Béowulf für den namen eines historischen helden hält,

der erst nach Hygelács zug nach dem Niederrhein mit dem helden der sage zusammengeworfen wurde, so kann man Béowa für eine compromisform ansehen; zu erklären sind dann Béav und Béowulf. Man kann in diesem fall auch Béaw und Béowa als wechselformen und Béowulf als einen von den beiden anderen etymologisch verschiedenen namen betrachten. Der wechsel éa : éo harrt dann der erklärung. Dasselbe ist der fall, wenn Béowa eine abkürzung von Béowulf ist, und dieser name mit demselben namen, der im simplex Béaw vorliegt, zusammengesetzt ist. Aber das steht fest, dass die form mit éa aus einer mit éo sich nicht herleiten lässt (vgl. unten s. 22 f.), und dass sie bei der etymologischen untersuchung nicht übersehen werden darf. Ihr verhältnissmässig hohes alter ergibt sich aus den genealogieen, ferner aus der entsprechenden altn. form (s. unten s. 23). Müllenhoff nimmt zusammenhang mit bûan "wohnen" an; der name bedeutet für ihn "das ruhige schalten und walten”. Dass ein von bûan abgeleitetes substantivum so etwas bedeuten kann, leugne ich nicht, aber es existieren daneben so viele andere möglichkeiten, dass diese übersetzung für nichts weniger als gesichert gelten darf. Eine genauere andeutung in bezug auf die etymologie des namens gibt Müllenhoff nicht; auch erhellt aus seinen zusammenstellungen nicht, ob derselbe als ein angelsächsischer oder ein altnordischer zu verstehen ist.

Anders Kögel, der Zschr. f. DA. 37, 272 béaw aus einem supponierten stamme *bawja- erklärt, der dasselbe bedeuten soll wie der stamm *bewwa-, altn. bygg, welcher im ags. ein paar mal im gen. sing. beouuas, beowes belegt ist. Aus dem stamme *bawja- hätte sich béa entwickelt wie fréa aus *frawoja-; das schliessende w wäre aus den obliquen casus eingeführt (auch béa ohne w begegnet); die form mit eo wäre eine umgelautete, wie denn auch Béowulf, das er mit béaw zusammenbringt, aus * Bawiwulf hergeleitet wird; die neben

eo auftretenden häufigen formen mit iu, io aber sind nach ihm durch anlehnung an das mit béaw ablautende und gleichbedeutende béow, getreide (aus *bewwa-) zu erklären. Es werden also mehrere unsichere vorgänge angenommen; namentlich die anlehnung an ein wort, das nur ein paar mal belegt ist, ist nicht ohne bedenken; wenn in der northumbrischen form Biuwulf das appellativum béow steckt, wird man angesichts der tatsache, dass in zahllosen wörtern eo und iu auf ganz natürliche weise wechseln, nicht ohne dringende notwendigkeit in dem daneben stehenden Beowulf als erstes zusammensetzungsglied einen anderen stamm suchen. Und zu welchem zwecke? Damit Béaw als "das wogende getreidefeld" erklärt werde, was für einen nachkommen Scéafs sich ja trefflich ausnehmen würde — "durch den ackerbau und die segnungen der cultur, die ihm folgten, wurde es den inguäischen Germanen ermöglicht, das sumpfige überschwemmungsland an der Nordseeküste, das bis dahin nur mit lebensgefahr hatte bewohnt werden können, unangefochten vor der gewalt der elemente dauernd und friedlich zu behaupten” (s. 274). Im anschluss daran ist Grendel dann "eine personification der schrecknisse der uneingedeichten marsch". Alles was im epos von dem helden erzählt wird, muss, wenn das richtig ist, entweder sich auf die bändigung der uneingedeichten marsch beziehen lassen oder später auf ihn übertragen worden sein. Ich gestehe aber, dass ich ein mythenbildendes volk zu solchen abstractionen, wie sie hier geboten werden, nicht im stande erachte. Wie soll es auf den gedanken gekommen sein, dass das wogende getreidefeld die marsch eingedeicht habe? Wäre es noch ein den ackerbau schützender gott, dem die tat zugeschrieben würde, so liesse sich das hören; dureh eine solche auffassung würde aber der unmittelbare bedeutungszusammenhang mit dem appellativum béore, auf den Kögel einen solchen wert legt, vollständig gelockert werden. Auch gesteht Kögel, dass Grendels betragen io;

im epos dem eines dämons der uneingedeichten marsch wenig ähnlich ist, was er aus der jüngeren entwicklung der sage erklärt; es täte aber, falls das richtig ist, not, die schrittweise änderung der sagengestalt zu zeigen. So wie Kögels deutung vorliegt, verzichtet sie auf eine erklärung der überlieferung einer etymologie zu liebe, welche mehr geistreich als wahrscheinlich ist.

Binz, Beitr. 20, 154 nimmt die möglichkeit an, dass die deutung des namens nicht von der form mit ea auszugehen habe. ea wäre kentische aussprache für westsächsisch eo, da er aber zugesteht, dass Beas broc auf westsächsischem boden ein "wirkliches hinderniss" für diese auffassung bleibt, und da auch mancher forscher das ea der Sachsenkronik nicht mit ihm auf kentischen einfluss zurückführen wird, bleiben nach wie vor die ea eo unvermittelt nebeneinander bestehen. Dankenswert ist die grosse vermehrung der den namen des helden enthaltenden ortsnamen, welche Binz mitteilt.

Mir scheint es, dass man bei der beurteilung des verhältnisses der namensformen ohne grund die altn. form Biar(1) bisher übersehen hat. Die frage nach der ursprünglichkeit dieser form hängt mit der nach dem zusammenhange des überlieferten sagenstoffes enge zusammen; doch darf man sich durch eine vorgefasste überzeugung von der unursprünglichkeit der nordischen sagenformen nicht dazu verführen lassen, der frage nicht auch von der etymologischen seite nahe zu treten. Auch wenn dabei keine deutung oder keine bessere deutung als die bisher gegebenen herauskommt, so hat doch die frage, ob die form Biar(r) ursprünglich d. h. nicht entlehnt sein kann und zur erklärung der ags. formen etwas beiträgt, ihre lautliche seite. Auf diese gehe ich an dieser stelle näher ein. Ein nom. sing. Bjár denn der diphthong ist ohne zwei

kann aus einer urgermanischen grundform unter der ausschliesslichen einwirkung altnordischer lautgesetze sehr

fel lang

wol entstanden sein. kann entweder einer dehnung von ja, in welchem fall e zu grunde liegt, oder einer contraction seine entstehung verdanken. Die theoretische möglichkeit, dass bjár auf einen stamm *baiui- zurückgehe und formen wie snjár, sjár u. dgl. gleichzustellen sei, erwähne ich nur im vorübergehen; ich wüsste nicht, zu welcher wurzel das wort in diesem fall zu stellen wäre, noch weniger, wie sich die altnordische zu den angelsächsischen formen verhalten würden. Wenn dehnung von ja ist, liegt eine zweisilbige form mit e als stammvocal zu grunde; die ags. form weist auf w als zwischenconsonanten. Als urnordische form ergibt sich somit *bewar. Daraus wurde durch brechung *beawr > bjawR und nach wegfall des w bjár. Das r wurde später irrtümlich als wurzelhaft aufgefasst, und ein nom. Bjárr, acc. Bjár neu gebildet. Ich verzichte darauf, das wort zu übersetzen; Kögels "getreide" und Müllenhoffs "ruhiges schalten und walten" sind von seiten der form gleich möglich; vielleicht gehört das wort zur wurzel bû, aber die bedeutung des derivatums entzieht sich unserer erkenntniss.

Dem einwande ist doch zu begegnen, dass auf grund der namen auf -þér und der substantiva kné, tré zum stamme *bewa- ein nominativ singular *bér zu erwarten wäre. Allerdings ist mir kein analoges beispiel bekannt; der grund ist aber der, dass ausser den oben genannten kein substantiv von der stammform consonant oder consonantengruppe + euaexistiert; von den genannten aber steht keines mit bjár auf éiner linie. Denn in den namen auf -þér ist -pér pewar zweites compositionsglied und hatte semifortis; die brechung aber findet bloss in fortissilben statt. Aber auch kné und tré sind anders zu beurteilen. In tré unterblieb die brechung auf lautgesetzlichem wege, da dem e ein r unmittelbar vorangeht (Noreen' § 91). In bezug auf kné teilt mir Prof. Kock, der wie ich der meinung ist, dass urn. *bewar sich lautgesetzlich nur zu bjár entwickeln konnte,

aus

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